Mit DVD. Herausgegeben im Auftrage der KZ-Gedenkstätte Neuengamme von Oliver von Wrochem. Mitarbeit: Christine Eckel. Familiäre, wissenschaftliche und gesellschaftliche Formen der Erinnerung an den Nationalsozialismus stehen in einem engen wechselseitigen Verhältnis zueinander. Der Sammelband bündelt mit 34 Beiträgen eine fünfjährige intensive Auseinandersetzung mit nationalsozialistischer Täterschaft und ihren Folgen. Die ersten drei Kapitel stellen internationale Forschungsergebnisse zur Diskussion, in den folgenden zwei Themenblöcken präsentieren Kinder und Enkel von Täterinnen und Tätern ihre Sicht auf die Folgewirkungen in Familie und Gesellschaft. Der als DVD beiliegende Film "Nationalsozialistische Täterschaft in der eigenen Familie. Erinnerungsberichte der zweiten und dritten Generation" versammelt zehn filmische Porträts, in denen Nachkommen von NS-Täterinnen und Tätern über ihre Auseinandersetzung mit Täterschaft in der Familie und deren Auswirkungen auf ihr eigenes Leben berichten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2016
Hans-Jürgen Döscher ahnt, dass die differenzierte Auseinandersetzung mit NS-Täterschaft noch lange nicht abgeschlossen ist. Wenn er den von Oliver von Wrochem herausgegebenen Sammelband mit Tagungsergebnisbeiträgen von Wissenschaftlern aus Europa und USA zur Hand nimmt, erkennt er, inwieweit das Erinnern an den Holocaust in einem Wechselverhältnis zwischen Familie und Öffentlichkeit geschieht. Wegweisend im Band scheint ihm Frank Bajohrs Text über neuere Täterforschung, der die Rollenerwartungen bei den Tätern erkundet. Auch Dietrich Kuhlbrodts Beitrag über politische und gesellschaftliche Widerstände gegen die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen und Elissa Mailänders Frage nach Verbindungen zwischen weiblicher Täterschaft und nationalsozialistischer Ideologie findet er aufschlussreich.
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