Karlheinz Deschner

Kriminalgeschichte des Christentums

Band 10: 18. Jahrhundert und Ausblick auf die Folgezeit. Könige von Gottes Gnaden und Niedergang des Papsttums
Cover: Kriminalgeschichte des Christentums
Rowohlt Verlag, Reinbek 2013
ISBN 9783498013318
Gebunden, 320 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Von der heidnischen und jüdischen Vorgeschichte des Christentums über die alte Kirche zu den Kreuzzügen; von der Hexenjagd im Mittelalter über den Völkermord in Lateinamerika bis zur schließlichen Trennung von Kirche und Staat präsentiert Deschners Opus magnum auf ca. 6000 Seiten eine einzigartige Forschungsarbeit. Der vorliegende Band 10 wendet sich dem Niedergang des Papsttums und der allmählichen Trennung von Kirche und Staat zu, in deren Vorgeschichte in fortwährenden Konflikten abermals Ströme von Blut vergossen werden, so beim Kampf christlicher und weltlicher Mächte um Skandinavien oder, weiter im Süden, in den Schlachten des Prinzen Eugen, des goldgierigen "Bewahrers der Christenheit".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2013

Dass der Autor unter Forschern nicht wohl gelitten ist, findet Bernhard Lang ungerecht. Aller Polemik und Provokation zum Trotz, von der Karlheinz Deschner natürlich auch im zehnten und letzten Band seiner "Kriminalgeschichte" nicht lässt (wieso auch?), erscheint Lang die Darstellung von brutaler Verfolgung und Nepotismus unter Friedrich dem Großen, Eugen von Savoyen oder Iwan dem Schrecklichen sinnvoll und richtig. Auch ohne wissenschaftlichen Anspruch. Dem Leser vermittele der Band ein anderes Bild vom Christentum als das von der unbefleckten Heilsgeschichte, meint Lang. Und das findet der Rezensent gut so.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.03.2013

Seit Jahrzehnten recherchiert Karlheinz Deschner zu den dunklen Seiten der Kirchengeschichte, nun hat er mit dem zehnten Band sein großes Werk abgeschlossen. Das Ärgernis, das er vielen Menschen damit war, wollte er auch sein, stellt Rezensent Arno Widmann klar, der diese Kriminalgeschichte allen Sonntagspredigten vorzieht. Seine Hochachtung vor Deschners Leistung ist grenzenlos. Herausgegriffen seien drei Schlaglichter: Die rabiaten Methoden der Papstwahl im Mittelalter, die beharrliche Weigerung des Vatikans, den Westfälischen Frieden anzuerkennen (statt diesen Schritt zur Säkularisierung hinzunehmen, hätte die Kirche lieber weiter kämpfen lassen) und die Pfründe, die die Kirche zum beispiel an den Universitäten noch heutzutage genießt: So kamen in den siebziger Jahren in Würzburg auf 1149 Studenten der Volkswirtschaft zehn Lehrstühle, auf 238 Theologiestudenten dagegen - sechzehn Lehrstühle. Finanziert vom Staat Bayern, versteht sich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2013

Gegenüber dem Grau in Grau der Philosophischen Abhandlung schreibt die Kriminalhistoriker "Rot in Rot: blutige Monochromie", meint Ludger Lütkehaus und betont erleichtert, dass der Autor die Grausamkeiten, die er hier entfaltet, ja nicht selbst zu verantworten hat. Mitunter schwer erträglich ist ihm die Lektüre nicht der bitterbösen Darstellung durch den Kriminalhistoriker Karlheinz Deschner wegen, sondern weil die Geschichte des Christentums tatsächlich so blutrünstig ist. Deschners Riesenwerk, wovon nun der zehnte Band vorliegt, überzeugt Lütkehaus indes durch die schiere Monumentalität (Deschner spannt den Bogen von der skandinavischen und der russischen Geschichte über den Siebenjährigen Krieg bis zum Josephinismus), aber auch durch die Unversöhnlichkeit und die unverminderte Schärfe, mit der der Autor, ein enttäuschter Christ, in diesem Opus magnum über "sein" Christentum zu Gericht sitzt.

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