Gelebte Utopien

Alternative Lebensentwürfe
Cover: Gelebte Utopien
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783458170860
Gebunden, 370 Seiten, 21,47 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Joachim Meißner, Dorothee Meyer-Kahrweg und Hans Sarkowicz. Über Utopien wird kaum noch gesprochen, doch die Aktualität solcher Versuche der Selbstbestimmung und des friedlichen Miteinanders, einer "praktischen Utopie", die zu einer humaneren Lebenswelt beitragen könnte, ist unbestreitbar angesichts zunehmender Umweltprobleme, angesichts der Dominanz der Industriestaaten gegenüber den Entwicklungsländern und der Kriegs- und Gewaltbereitschaft in vielen Teilen der Welt. Der vorliegende Band, der in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entstand, stellt die wichtigsten Utopie-Projekte vor, in denen ideale Formen des Arbeitens und Zusammenlebens realisiert und erprobt wurden, erfolgreich oder scheiternd.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001

Mit diesem Buch haben die Herausgeber ein "gelungenes Lesebuch" zusammengestellt, das so manchen Winterabend verkürzen helfe, aber auch nicht mehr zu bieten habe, wie Rezensent Albrecht Koschorke am Ende seiner Besprechung bemerkt. Der Titel sei bereits paradox und auf die Frage, die damit implizit gestellt werde, inwiefern sich Utopien denn tatsächlich leben ließen, gehe der Text selbst nur kurz ein. Dennoch sind die Utopien, wie Koschorke bemerkt, nicht einfach nur folgenlose Träumereien, sondern haben durchaus selbst in ihrem Scheitern noch Konsequenzen für die Gesellschaft. Die Frage nach den Utopien sei daher sicherlich eine interessante. So werde beispielsweise in einem Beitrag gezeigt, wie aus Love & Peace bei den Hippies Swinger-Partys hervorgingen, wobei sich der Autor auf Houllebecq berufe. Insgesamt bedauert Korschke etwas, dass keine größeren Zusammenhänge zwischen den einzelnen Utopien hergestellt würden und manche Beiträge nicht über einschlägiges Wissen hinausgingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.10.2001

Der Rezensent Gottfried Oy vermisst in diesem Buch, das unterschiedlichste alternative Lebensformen seit der Aufklärung vorstellt, ein wenig den aktuellen Bezug. Dennoch findet er es positiv, dass in einer Zeit, in der gegen Arbeitsverweigerer gehetzt würde ein solches Buch publiziert würde. In diesem Buch werden Landkommunen, Genossenschaften; Kibbuzim oder Klostergemeinschaften vorgestellt, wenn auch die Qualität der Beiträge etwas schwanke. So seien insbesondere die Beiträge zu utopischen Aspekten der Gartenarchitektur interessant zu lesen, während die Aufsätze zu den Projekten der 68er Generation eher etwas abgehakt werden. Ein Buch, das den Rahmen der Kulturwissenschaft nicht verlässt, aber doch gleichzeitig politische Fragen aufwirft, wie Oy abschließend feststellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2001

Überraschend viel ist bei diesem Sammelband zusammengekommen, in dem gelebte Utopien aus verschiedenen Epochen und Ländern vorgestellt werden - und das, obwohl ein "utopischer Enthusiasmus ein Hauch aus einem fernen Gestern zu sein scheint", wie der Rezensent mit dem Kürzel "lx" findet. Sobald man sich näher mit der Materie beschäftigt, kommt aber doch einiges Interessante und Aktuelle zusammen, konstatiert "lx". Die hier vorgestellten Utopien reichen von den Amish People bis zur Summerhill-Schule. Die Aufsatz-Sammlung basiert auf einer Sendereihe des Hessischen Rundfunks.
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