Georg Stefan Trollers Werk, Geschichten wie Filme, zeigt sich als eine wachsende Bestandsaufnahme von Gegenwart und Gegenwärtigkeiten, als ein mäandernder erzählerischer Faden. Beobachten, wahrnehmen, aufzeichnen. Hier nun wird als eine späte Erstveröffentlichung sein erster professioneller Lauf zugänglich. Troller ertastet in diesen frühen Geschichten und Gedichten eine ihm für einige Zeit scheinbar verloren gegangene Sprache. Der noch junge und unerfahrene Autor verzichtet auf eine literarische Pose. Sein Ausdruck ist präzis, wirklichkeitsnah und nicht von Sprachgirlanden umrankt. Beobachten heißt bei ihm, wie in seinem späteren filmischen Werk, Menschen befragen. Oder auch: Das Befragen als Beobachten. Der Materialcharakter der Wirklichkeit ist sein Ausgangspunkt.
Rezensent Helmut Böttiger freut sich, anhand dieser frühen Miniaturen nachvollziehen zu können, wie der ehemalige Frankreich-Korrespondent des ZDF wurde, wer er ist. Wir erfahren von der bewegten Lebensgeschichte Trollers: In Wien geboren, flieht er 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft in die Tschechoslowakei und kehrt 1945 als amerikanischer Soldat nach Deutschland zurück, ehe er vier Jahre später endgültig nach Paris geht. Diese besondere Geschichte merkt der Rezensent sowohl Perspektive als auch Sprache Trollers an. Die Texte, aus denen Böttiger ausführlich zitiert, seien zwar "nur Fingerübungen", seien aber trotzdem reizvoll, spannend und damit empfehlenswert, ist er sich sicher.
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