Georgina Hammick

Das Arizona-Spiel

Roman
Cover: Das Arizona-Spiel
Steidl Verlag, Göttingen 2001
ISBN 9783882437720
Gebunden, 416 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Tamara Willmann. Gewürzt mit einer gehörigen Prise Sarkasmus und Selbstironie, erzählt Hannah ihre Geschichte: die der traurigen, wütenden Mitdreißigerin, die mit Männern kein Glück hat und ihren fetten, hochintelligenten Sohn einfach nicht lieben kann, die des heranwachsenden Mädchens, die des kleinen Kindes.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2002

Nur "bedingtes Lob" möchte Thomas David dem lang erwarteten ersten Roman der Engländerin Georgina Hammick aussprechen - und dies liegt ausnahmsweise mal nicht an der Übersetzung. Hammick hat sich als Autorin von Kurzgeschichten und Erzählungen einen Namen gemacht, die auf David wegen ihrer stilistischen Noblesse, wie er es nennt, großen Eindruck gemacht hatten. Bei ihrem ersten Roman nun versuche Hammick das Prinzip einer geordneten Chronologie und Linearität zu durchbrechen - schön, wenn's gelingt, unkt der Rezensent. Hammick gelingt es seiner Ansicht nach nicht. Ihr Roman über eine junge Frau in verkrachten familiären Verhältnissen zerfällt in Episoden, für sich genommen hinreißende kleine Erzählungen, die aber im Gesamtkontext auf den Rezensenten "unaufgeräumt" wirken und manche Nebenfigur auf der Strecke lassen würden. Die Zusammenhanglosigkeit laufe Hammicks unprätentiösem und klaren Stil geradezu entgegen, beklagt sich David.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.03.2001

Georgina Hammik ist eine bei uns nahezu unbekannte Autorin, stellt Stefanie Holzer mit Bedauern fest. Aufgefallen sei sie bisher nur durch den Vorabdruck einer Erzählung in der Zeitschrift "Merkur" und durch einen 1997 bei Steidl erschienenen Erzählband. Mit ihrer neuesten Erzählung "Das Arizona-Spiel" greift sie das dominierende Thema ihrer vorangehenden Erzählungen auf. Es lautet "Verlieren und Verlassensein", weiß die Rezensentin. Die Heldin dieser Geschichte hat durch einen tragischen Autounfall alles verloren, und sie schafft es (deshalb?) nicht, sich ihr Leben aufzubauen. Sie gehört zu "jener Sorte Mensch, die - Gott weiß woher - die Gewissheit hat, dass mindestens die Familie, wenn nicht gar die ganze Gesellschaft schuld an der Schieflage der eigenen Existenz ist", formuliert es die Rezensentin. Stefanie Holzner gefällt die Hingabe, mit der Georgina Hammik Menschen erforscht. Als Quintessenz aus dieser Erzählung zieht sie die Einsicht, dass im alltäglichen Miteinander der Menschen ihre Tragödie liege, und auch die Hoffnung.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…