Aus dem Englischen von Alexander Pechmann. Als Marmaduke Pickthall im Frühjahr 1896 aus dem Nahen Osten nach London zurückkehrte, litt er zwar noch immer an den Nachwirkungen einer schweren Typhuserkrankung, hatte jedoch den Kopf voll mit unglaublichen Geschichten und exotischen Bildern, mit detailreichem Wissen über das Leben und die Mentalität der Araber, Syrer und Palästinenser: Er hatte Freundschaften geschlossen, fließend Arabisch gelernt, kuriose Abenteuer erlebt mit fahrenden Rittern, Geschichtenerzählern, Pferdenarren, Straßenräubern, Gaunern, Fanatikern - überwiegend christlich -, mit verstoßenen Prinzessinnen und Tigerjägern, die vergeblich nach einem Tiger suchen. Pickthalls Buch, das er erst 25 Jahre später schrieb - mit Abstand zu seinem jüngeren Ich, einem Schuss Selbstironie und viel Humor -, zeigt auf ganz unbeschwerte Weise, dass die Begegnung zweier Kulturen ebenso ein fruchtbarer Denkanstoß wie ein katastrophaler Zusammenprall sein kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2021
Rezensentin Angelika Overath empfiehlt die Reisegeschichten aus 1001 Nacht des Briten Marmaduke Pickthall als Schullektüre. Die märchenhaften Geschichten von Wüstenprinzessinnen, tollkühnen Reitern und Sultanen, erstmals erschienen 1918, sind laut Overath geprägt vom Glauben an den Islam als Fortschrittsmotor. Gehalten im Ton orientalischer Erzählkunst, abschweifend, parabelhaft, bieten Pickthalls Aufzeichnungen aus dem Orient der Rezensentin Einblicke in die Alltagskultur arabischer Nomadenvölker und eine "Lessing'sche Aktualität".
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