Mit einem Nachwort von Lorenz Jäger. "Torhäuser des Glücks" enthält sämtliche veröffentlichten Gedichte - und im neunten, letzten Kapitel, "Eizahn", fünfzig neue, unveröffentlichte, nach Osten gewandt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.12.2004
Der Rezensent Jamal Tuschick findet diesen Rückblick auf das lyrische Gesamtwerk des ausgebürgerten DDR-Dichters Gerald Zschorsch aufschlussreich. Einerseits findet Tuschick, dass der Dichter, den er in seinem Artikel auch recht ausführlich porträtiert, im Kontext seiner Zeit recht "isoliert" da steht. Zum anderen "widerspricht er den poetischen Leitlinien der Ära nicht grundsätzlich", was sich gerade durch die retrospektive Betrachtung ergibt. "Die "Innerlichkeitsmomente" seiner Zeit - auch wenn er sich "nicht mit Psychologie verständigt - sind ebenso zu finden wie die Einflüsse der seinerzeit jungen amerikanischen Literatur. Das Interessante an Zschorsch liegt jedoch in einem ganz speziellen Blickwinkel begründet, an seinem Interesse an der "deutschen Frage aus der Perspektive eines Autors, der die Deutsche Demokratische Republik nicht aus freien Stücken verlassen hatte".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2004
Eine Werkschau, aufschlussreich und lesenswert. Der vorliegende Band von Gerald Zschorsch, informiert Walter Hinck, versammelt seine Gedichte aus drei Jahrzehnten und ergänzt sie um neue. Dramatische Veränderungen gab es nicht, doch gerade die feinen Anpassungen und Bewegungen in der Lyrik des DDR-Dissidenten, der nach mehreren Jahren Jugendhaft Mitte der Siebziger Jahre ausgewiesen wurde, haben das Interesse des Rezensenten gefesselt. "Der Band verzeichnet die seismografischen Ausschläge lyrischer Wahrnehmung", schreibt Hinck und vollzieht die Entwicklung Zschorschs vom frühen "Heine- und Biermann-Ton" über die kühleren und verknappten Verse, die zu seinem Markenzeichen wurden bis zu seiner Hinwendung zu längeren, narrativeren und in letzter Zeit sogar poetischeren Gedichten. Was immer gleich blieb: Zschorschs Unangepasstheit und sein Misstrauen gegen das Formelhafte: "In seiner Lyrik wird immer zunächst das Sinnliche, Körperliche der Gegenstände und Vorgänge wahrgenommen und nicht dem Konkreten voreilig Bedeutung und Sinn aufgepfropft. So bewahrt sich der Autor die Wachsamkeit gegen die falschen Töne und Bilder, gegen die Automatik des Denkens".
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