Die Bemühungen des innerdeutschen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, außenpolitisch als Repräsentant des ?besseren Deutschland? anerkannt zu werden, blieben bis 1945 letzten Endes erfolglos, denn die West- und Ostalliierten sahen die deutsche Bevölkerung und auch die Hitlergegner als kollektive Stütze und Teil des NS-Systems an. Änderte sich diese Sicht nach Kriegsende, als man den offen verbrecherischen Charakter des NS-Systems in aller Deutlichkeit erkannte? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa und den USA geben in 23 Einzelstudien einen ausgezeichneten Überblick darüber, wie sich das Bild vom deutschen Widerstand in Europa und den USA seit dem Zweiten Weltkrieg verändert hat und wie es sich heute darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2002
Die Urteile, die das Ausland in der Nachkriegszeit deutsche Widerständler fällte, sind sehr unterschiedlich. Rezensent Rainer Blasius ist begeistert von den "hochinteressanten Beiträgen", die 23 fundierte Länderstudien zu dieser Thematik auswerten und nun in Form eines Sammelbands von Gerd R. Ueberschär herausgegeben wurden. Sowohl die Ablehnung, mit der sich der britische Premier Churchill 1945 über die "höchsten Repräsentanten Deutschlands" äußerte, die sich gegenseitig umzubringen suchten, bis hin zur nahezu wohlwollenden Haltung Luxemburgs, das sich sogar einen eigenen, gar nicht existenten Widerstandshelden schuf - zwischen diesen Extremen ist fast jede Meinung vertreten. Auch wenn der Kritiker in dem Kompendium einige kleine Schwächen ausmacht, wie Inkorrektheiten in der Schreibweise von Namen, scheinen diese dem Kritiker doch verzeihlich zu sein angesichts einer solch wertvollen und gut lesbaren Forschungslektüre.
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