Dissertation. Die Rolle der Waffen-SS beim Holocaust - besonders 1941/42 - gehört zu den großen Desideraten der Forschung; es existiert dazu bisher keine einzige Monographie. Die Rolle von Himmlers Kommandostab Reichsführer-SS ist noch gänzlich unerforscht, was um so erstaunlicher ist, als das Kriegstagebuch des Kommandostabs von 1941 seit langem ediert ist, das mörderische Vorgehen von Himmlers Brigaden also prinzipiell bekannt ist. Martin Cüppers macht deutlich, dass die Verantwortung für die Shoa nicht allein bei den Bataillonen der Ordnungspolizei und den Einheiten aus Heydrichs Reichssicherheitshauptamt lag, sondern Waffen-SS und Kommandostab ganz wesentlich beteiligt waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2005
Verdienstvoll findet Rezensent Christian Hartmann diese Arbeit von Martin Cüppers, die eine wichtige Lücke in der Holocaust-Forschung schließe. Wie er berichtet, untersucht Cüppers die Geschichte dreier äußert brutaler Brigaden der Waffen-SS, die Himmler direkt unterstellt waren, und die 1941 den Auftrag erhielten, die "politische Befriedung" der besetzten sowjetischen Gebiete zu garantieren - was auf eine systematischen Ermordung vor allem der jüdischen Zivilbevölkerung hinauslief. Dieses "grauenhafte Kapitel der deutschen Zeit- und Militärgeschichte" rekonstruiere Cüppers "so minutiös und faktenreich", dass die Lektüre zum Teil nur schwer zu ertragen sei. Deutlich werde, dass es ideologische Motive waren, die diese Brigaden zu willigen Vollstreckern werden ließen, nicht ökonomische oder gar strukturelle Sachzwänge. Was Hartmann in Cüppers Darstellung fehlt, ist eine Einordnung dieser Brigaden in die Gesamtgeschichte der Waffen-SS. Nichtsdestoweniger würdigt er dessen Beschreibung eines Teils dieser Streitmacht als "große Leistung".
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