Immer noch herrscht der Mythos vor, Väter würden nach der Scheidung die Mutter mit den Kindern allein lassen. Gerhard Amendt widerlegt diese Sicht. Väter kämpfen oft darum, ihr Leben mit den Kindern möglichst so fortzuführen, wie sie es aus dem Familienalltag gewohnt waren. Sie leiden unter den seltenen Besuchen ihrer Kinder und viele trauern um das Ende des Familienlebens. Die in diesem Buch zu lesenden Erfahrungsberichte von geschiedenen wie getrennten Vätern machen deutlich: Auf Seiten der Gerichte, der Jugendämter und der helfenden Berufe ist ein Umdenken erforderlich. Denn obwohl nach Familienrecht Vater und Mutter gleichwertige, wenn auch unterschiedliche Bedeutung für ihre Kinder haben, fehlt in der Praxis oft das Verständnis für die Männer nach der Trennung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2007
Ein Buch wie das Leben. Prädikat: Empfehlenswert, meint Gerd Roellecke, dem vor allem das Repräsentative der geschilderten Fälle und Situationen von "Scheidungen mit Kindern" gefallen hat. Statistiken, findet er, sind nichts dagegen. Hat Roellecke der "Vaterblick" Gerhard Amendts zunächst noch irritiert, findet er schon bald: "Das Buch ist gut" und taugt zum Verständnis der Partnerschaftstrennung (auch der eigenen). Die im ersten Teil des Buches aufgeführten Fallbeispiele erscheinen ihm "ausgezeichnet erzählt" und anschaulich, weil sämtliche Seiten (Ämter, Freunde, Nachbarn) vorkommen. Die im zweiten Teil verhandelten "Einzelfragen" (etwa zur Konkurrenzerfahrung zwischen Vater und Mutter) lassen ihn die "tiefe Vertrautheit" des Autors mit seinem Gegenstand erkennen. Allerdings auch die grundsätzliche Trostlosigkeit der Betroffenen - Kinder, Mütter und Väter.
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