Mit 25 Abbildungen. Hat die Ehe noch eine Zukunft? Angesichts der wachsenden Popularität nichtehelicher Lebensgemeinschaften vor allem in Europa scheint Skepsis angebracht. Monika Wienfort verfolgt die Geschichte der Ehe als Rechtsinstitut und Lebensform seit dem Aufkommen der Liebesehe im späten 18. Jahrhundert. Die Stationen einer Ehe werden vom Kennenlernen bis zum Ende, durch Tod eines Partners oder Scheidung, beschrieben. Es geht um staatliche Ehepolitik und den Wandel des Rechts, zum Beispiel bei der Versorgung von Geschiedenen und Hinterbliebenen. Die Aussteuer, die Hochzeitsreise und die Goldene Hochzeit haben ihre je eigene Geschichte. Das weiße Hochzeitskleid kam erst im 19. Jahrhundert in Mode, und neue Vorstellungen einer gelungenen Hochzeitsfeier breiteten sich aus. Eheberatung etablierte sich im 20. Jahrhundert und spiegelte gesellschaftliche und individuelle Erwartungen vor dem Hintergrund der Emanzipation der Frauen. Schließlich werden Ehepaare als Eltern Thema, das allmählich abnehmende Lebensrisiko der Mutterschaft, die steigende Berufstätigkeit von Müttern und die sich verändernden Erziehungsvorstellungen
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2014
Johan Schloemann hätte sich von Monika Wienfort etwas mehr Leidenschaft gewünscht, nicht in der Ehe natürlich, sondern bei ihrer Darstellung der geschichtlichen Entwicklung dieser Institution seit der Romantik bis heute. Kühl sozialhistorisch und wertfrei jenseits flammender Debatten vermag die Autorin laut Schloemann indes zu schildern, was sich beim gemeinsamen Wohnen, in Sachen Hochzeitsnacht oder Geburt so alles verändert hat. Weltanschauung aber kommt nicht vor, meint Schloemann erstaunt, und auch nicht der Name Simone de Beauvoir. Wissenswertes über die Beliebtheit der Ehe heute und gestern und die möglichen Gründe dafür erfährt der Rezensent aber dennoch, geschickt gegliedert und chronologisch geordnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2014
Etwas mehr Esprit und Mut zur Auswahl hätte Hannelore Schlaffer der Autorin gewünscht. Stattdessen bietet ihr Monika Wienfort Fleißarbeit, präsentiert in sachlichem Ton. Zwar lässt die Autorin kein mit der Ehe verbundenes Thema aus, behandelt Rechtsfragen, regionale Heiratsmuster, Hochzeitsgeschenke, Heiratsannoncen, die Schwiegermutter oder Gesetz und Sitte, all das kommt Schlaffer aber allzu dröge im Stil eines die Forschung kompilierenden Nachschlagewerks rüber und nicht amüsant, wie der Titel sie vermuten lässt. Nicht mal bei den Ehepaarbiografien gelingt es Wienfort, Schlaffer erzählerisch zu charmieren.
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