"Jazz my Love" ist so etwas wie ein visuselles Nachschlagewerk, das mit über 200 Porträts alle großen Namen enthält, die die internationale Jazzszene seit der 60er Jahren hervorgebrachthat. Drei Generationen von Jazz-Musikern umfasst das Pantheon: angefangen bei Louis Armstrong, Count Basie, Duke Ellington, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Dexter Gordon, Oscar Peterson und Nina Simone über Chet Baker, Bill Evans, Miles Davis, Thelonious Monk, Archie Shepp und Sonny Rollins bis zu Chick Corea, Keith Jarrett, Wynton Marsalis und Enrico Rava.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2003
Wolfgang Sandner meditiert eingangs seiner Besprechung dieses Bildbandes über die Fallen, die auf die Fotografie von Jazzmusikern lauern, über "schwitzende Saxophonisten" etwa, "aufgenommen aus der Froschperspektive, um ihre Instrumente um so monströser erscheinen zu lassen", kurzum, über das "zum Klischee neigende Jazz-Ambiente" also. Deshalb hätten, sinniert Sandner weiter, einige Jazzfotografen bisweilen eine "Art Verweigerungstaktik" eingeschlagen, also vor allem auf die Abbildung der Instrumente verzichtet - und nennt Jan Putfarken und Robert Masotti als Beispiele. Guiseppe Pino nun, so das Urteil Sandners über den besprochenen Band, habe zwar den Versuchungen des Genres nicht immer widerstehen können, "in manchen seiner Aufnahmen" aber habe Pino "die brodelnde Atmosphäre dieser Musik kongenial eingefangen" - etwa in seiner Serie mit Fotos von Miles Davis. Diese Fotos, so der Rezensent, gehörten "zur Ikonographie des Jazz wie die Aufnahmen Che Guevaras zur Studentenbewegung". Ob das nun aber gerade auf besonders zuverlässige Klischeevermeidung hinweist?
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