Buch und Hörbuch. 2 Textbücher und 2 mp3-CDs mit 770 Minuten Laufzeit. Gelesen von Ulrich Noethen. Gottfried Keller, der "Shakespeare der Novelle", ging zuletzt mit seinem Roman Martin Salander nochmals völlig neue Wege. Der sich in seinen Erwartungen an eine liberale Schweiz enttäuschte Dichter entwirft ein schonungsloses Bild einer vermeintlich heilen Schweiz - in den Worten Peter Bichsels "könnte es die Schweiz von heute sein".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2020
Peter Lückemeier freut sich über die mit Anhang und Anmerkungen ausgestattete Hörbuchfassung von Gottfried Kellers Werk über die Erlebnisse eines biederen Geschäftsmannes während der schweizerischen Gründerzeit. Wie Keller moralisch den Biedersinn gegen Opportunismus und Habsucht ins Feld führt, bietet ihm Ulrich Noethen jederzeit "souverän" dar. Noethens variationsreiche, unaufdringliche Erzählweise, die sich in jede Figur einzufühlen vermag, macht Lückemeier erkennbar Spaß. Kellers durchaus spannungsreiches Panorama entfaltet sich in dieser Edition trotz der ein oder anderen altbackenen Formulierung laut Lückemeier fabelhaft.
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