Aus dem Amerikanischen von Claudia Kotte und Thorsten Schmidt. Für die einen ist er Amerikas Metternich, für die anderen ein Zyniker und Kriegsverbrecher. Greg Grandin zeigt, dass Henry Kissinger vor allem eines ist: der einflussreichste Architekt des imperialen, militaristischen und weit nach rechts abgedrifteten Amerika von heute. Wer die Krise der Weltmacht USA verstehen will, der muss Kissinger verstehen - und Grandins Buch lesen. Es ist Kissinger, so argumentiert Greg Grandin, der eine militarisierte Version des amerikanischen Exzeptionalismus eingeführt hat, die bis heute einseitig den imperialen Stil der amerikanischen Außenpolitik bestimmt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.06.2016
Rezensent Michael Hesse lobt Greg Grandins Kissinger-Biografie für ihre präzise Sezierung von Kissingers politischen Schandtaten. Als das Böse schlechthin erscheint der Mann hier, skrupellos und verlogen. Wenn der Autor Kissingers Verantwortung für einige der brutalsten Militäroperationen in der Geschichte der USA herausarbeitet, schaudert Hesse. Wie der Historiker Grandin den Friedensnobelpreisträger Kissinger zum Schurken degradiert, indem er seine illegalen Methoden und fragwürdigen Ziele offenlegt, findet der Rezensent meisterlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2016
Gregor Schöllgen findet Greg Grandins Kissinger grotesk. Dass der Autor den Politiker zum Popanz stilisiert, scheint dem Rezensenten dann doch zu viel der Ehre. Schade eigentlich, meint er, denn er respektiert die Recherchearbeit des Historikers und die Gründlichkeit, mit der er die Karriere Kissingers vom Emigranten zum wichtigsten sicherheitspolitischen Akteur der USA unter Nixon nachzeichnet. Dass Grandin in ihm gleich den Verantwortlichen sämtlicher US-Kriege seit 1977 erkennen will, scheint Schöllgen allerdings eher verschwörungstheoretisch begründet als mit den spannenden Fakten zu erklären, die der Autor so verdienstvoll zusammenträgt.
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