Der Ostmann sächselt, wählt AfD und pöbelt tumb durch Deutschlands Straßen. Dieses Bild vermitteln uns die Medien und es ist mehr als an der Zeit, damit aufzuräumen. In Anlehnung an Maxie Wanders Klassiker "Guten Morgen, du Schöne" (1977) gibt die junge, ostdeutsche Journalistin Greta Taubert den Ostmännern von heute eine Stimme. Sie sind zwischen Mitte dreißig und Ende fünfzig, sprechen über das Mannsein, über Gleichberechtigung, über die Suche nach sich selbst und die Prägungen durch die Umbrucherfahrung. Greta Taubert ist von Osten nach Westen, von Norden nach Süden gereist und hat sich mit vielen Männern unterhalten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.04.2020
Muss man es extra betonen? Es gibt auch "Ost-Männer", die nicht die hasserfüllte Fratzen der Pegida-Demonstranten oder AfD-Wähler zur Schau tragen. Denen widmet sich die Autorin hier, einigermaßen zum Gefallen des Rezensenten Bastian Brandau. Die im O-Ton wiedergegebenen Geschichten der Männer, die hier präsentiert werden, schaffen es durchaus, sein Interesse anzuregen. Allerdings fragt er sich, was jenseits der Selbstverständlichkeit, dass es solche und solche gibt, eigentlich spezifisch ostdeutsch an diesen Geschichten ist. Zuletzt empfiehlt Brandau das Buch vor allem jenen Lesern, die wohl am wenigsten auf die Idee kommen werden, es zu kaufen, denen nämlich, "die weit entfernt von Erfurt oder Hoyerwerda" leben und immer schon mal wissen wollten, ob es auch andere Ostmänner gibt.
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