Günter Herburger

Haitata

kleine wilde Romane
Cover: Haitata
A1 Verlag, München 2012
ISBN 9783940666239
Gebunden, 109 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Herburgers kleine wilde Romane führen ins Reich der Möglichkeiten, in hochkonzentrierter Form auf engstem Raum weit angelegt, und liefern ein umfassendes Material, mit dem die ganze Welt erzählt werden kann. Sie vereinigen in sich Augenschärfe, Geruchs- und Geschmackssinn großer Romane, kolportiert durch Heiterkeit, die nur mit "unordentlichen Einfällen", wie er es selbst nennt, zu erreichen sind. Die im Autor geisternden Phantasien strudeln wie Sturzbäche von den "Gefühlsgebirgen" und tragen "jeden Irrsinn" in sich. Durch die Konsistenz des Inhalts und das Geschick der Sprache schafft er mit dem Reichtum seiner Einfälle, mit Witz und Radikalität notwendige Neben- und Gegenwelten, die dem Leser erlauben, seine eigenen Romane entstehen zu lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2012

Mit Vergnügen hat Rezensent Jochen Schimmang diese unter dem Titel "Haitata" erschienenen, ein bis vier Seiten langen "kleinen wilden Romane" von Günter Herburger gelesen. Der Autor, der statt dicker Romane nun kurze Prosatexte bevorzugt, erscheint dem Kritiker aber keineswegs erschöpft, sondern gleichermaßen humorvoll und "treffend sarkastisch", wenn er etwa schreibt, dass zwei Frauen beim Spülen kein Spülmittel verwenden - "aus Sorge vor der Welt Ende". Nicht immer erschließen sich die rätselhaften, zuweilen fantastischen und anarchischen Texte dem Rezensenten sofort, ab und an lasse er etwa das Subjekt ganz verschwinden. Zugleich lassen die Erzählungen immer auch Trauer durchscheinen, meint der Kritiker, der darauf hinweist, dass "Haitata" kein lautmalerischer Jubelschrei, sondern das finnische Wort für "behindern" sei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.07.2012

Völlig hingerissen ist die Rezensentin von Günter Herburgers Buch "Haitata", das, seinem Untertitel zufolge, "kleine wilde Romane" enthält. Als eine erfrischende Erscheinung in der auf Authentizismus versessenen Romanlandschaft beschreibt Katrin Schuster den Autor, der die wesentliche Freiheit des Schreibens genieße, "nichts abbilden zu müssen, sondern selbst etwas bilden zu dürfen". Als Kostprobe zitiert die Rezensentin die Anfänge von fünf dieser zum Teil offenbar nur eineinhalb Seiten Langen Romane, zum Beispiel diesen: "Herr und Frau Gottesbeweise sehen eine quittengelbe Ducati elfhundert stehen. Sie ist bezaubernd, ein Modell des Könnens und der Erfindungskraft, mit dem versteckten Charme des Bösen." In seinen wundersamen Geschichten erwecke Herburger Figuren wie Heinrich von Kleist, Frank Zappa oder die junge Dame, deren 1470 von Petrus Christus gemaltes Porträt in der Berliner Gemäldegalerie hängt, zum Leben. Die verzauberte Rezensentin hofft, der Zeitgeist möge endlich begreifen, "was es mit diesem Schriftsteller auf sich hat".

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