Aus dem Französischen und Arabischen von Erdmute Heller und Mohamed Zrouki. Hassouna Mosbahis Erinnerungen an seine Kindheit in einem winzigen Dorf im Süden Tunesiens bilden den Stoff der in diesem Band vorgelegten Erzählungen. Sie sind wie ein Roman mit verschiedenen Kapiteln - zusammengehalten durch das Band des Erlebten, der Phantasie und der Erinnerung. Mosbahis Blick zurück ist keine nostalgische Heimkehr zu den Ursprüngen. Er besinnt sich, um die schmerzliche Erkenntnis auszudrücken, dass diese Welt nicht mehr existiert. Seine Erzählungen bewahren ein Stück dieser verlorenen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2002
Wirklich neu, wie der Verlag uns glauben machen will, ist dieser Erzählband nicht. Im Vergleich mit dem 1989 bei Eichborn erschienenen Band "So heiß, so kalt, so hart" konnte Rezensent "stw" lediglich zwei neue Geschichten entdecken. Seine Begeisterung für Mosbahis Texte schmälert das allerdings nicht. Texte, wie er schreibt, durch die die mündliche Tradition, "aus der sich diese Literatur speist" so unverfälscht wie nur bei wenigen anderen arabischen Gegenwartsautoren hindurchscheine. Doch wenn sich unser Rezensent auch mitunter als Lauscher am Tisch der Dorfgemeinschaft wähnt, so ahnt er auch, "dass die Spontaneität hier nur vorgespiegelt und eigentlich alles Kunst ist". Eine Feststellung, die "stw" indessen selbst relativiert, indem er erklärt, abgesehen vom "rein literarischen Vergnügen" böten die Geschichten "eine veritable Soziologie der nordafrikanischen Landbevölkerung".
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