Was Wissenschaftler vornehm "demografischer Wandel" nennen, ist in Wirklichkeit ein langsamer Tod, der ganze Landstriche entvölkern wird. Er befällt Dörfer und Städte dort, wo Deutschland noch am ursprünglichsten ist, wo Traditionen und Dialekte, Kultur und Geschichte zu einer glücklichen Kindheit gewachsen sind und jenen unauslöschlichen Ort in unserer Erinnerung bilden, den wir Heimat nennen. In dieser schockierenden Reportage beschreibt Günther Lachmann die Geisterstädte der Zukunft und das verheerende Zusammenspiel von Demografie und wirtschaftlichem Niedergang. Er schildert die Entvölkerung in den klassischen Industriestandorten des Westens oder in schon jetzt menschenleeren Gebieten in Ostdeutschland. Alle betroffenen Regionen werden analysiert, ihre Chancen für die Zukunft dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2008
Eva-Maria Träger hat Günther Lachmanns Reportage über Entvölkerung, Vergreisung und Verarmung auf dem Land durchaus mit Interesse gelesen, doch irritiert sie der pessimistische Blick und der missionarische Eifer, der daraus spricht. Der Autor hat Deutschland kreuz und quer bereist und konstatiert eine sich stetig verschlimmernde Lage in den Dörfern. Im ersten Teil seines Buches, "Von Orten und Menschen" überschrieben, bemüht sich Lachmann darum, die alarmierenden Entwicklungen mit "Reportageelementen" wie der Beschreibung schwieriger Anfahrtswege oder den anatomischen Besonderheiten eines Landrats anschaulich zu machen. Dabei fühlt sich die Rezensentin aber auch mit vollkommen unnützen Informationen versorgt, auf die sie gut und gerne verzichtet hätte. Im zweiten Teil geht es dem Autor dann mehr um statistische Zahlen und hier hätte sich Tröger unterstützende Grafiken gewünscht. Insgesamt sei diese Reportage durchaus bedenkenswert, so Träger, doch die Klage um den "Verlust der Heimat", die sie zwischen den Zeilen herausliest, stört sie auf die Dauer dann doch, zumal sich das Elend nach dem zigsten Beispiel eines entvölkerten Landstrichs wiederholt.
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