Das Geschäft mit geraubten Kulturgütern boomt. Im Schatten der politischen Erschütterungen im Nahen Osten und in Nordafrika kommt es zu beispiellosen Plünderungen antiker Stätten. Gleichzeitig werden Kunstgegenstände als Geldanlage international immer gefragter. Auch Terrorgruppen wie der IS finanzieren sich wohl durch geraubte Kulturgüter. Weltweit wird - so vermuten es Strafverfolger - nur mit Drogen und Waffen mehr illegales Geld gemacht. Günther Wessel hat sich in diesen 'diskreten Markt' hineinbegeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2015
Ulla Fölsing gibt den Aufruf des Journalisten Günther Wessel gerne weiter: Kaufen Sie keine Antiken aus fragwürdigen Quellen. Nicht nur die Machenschaften des illegalen Handels mit Statuen und Mosaiken, Schriftrollen und Siegeln vermag ihr der Autor in seinem Buch aus eigener Recherche in Europa, Ägypten und den USA spannend und pointiert zu vermitteln. Auch Akteure, Händler, Sammler und Netzwerke geraten in den Blick der Leserin. Fölsing ahnt schließlich, wieso der illegale Antikenhandel auf der Liste organisierter Kriminalität gleich hinter Drogenhandel und Waffenschmuggel kommt: Angesehene Auktionshäuser sind involviert und in Deutschland etwa, wo der Handel besonders blüht, gibt es kaum ein Risiko, weil keine strafrechtlichen Folgen.
Günther Wessel beschreibt in "Das schmutzige Geschäft mit der Antike" den Handel mit geschmuggelten Kulturgütern, berichtet Rezensentin Elisabeth von Thadden. Es ist ein Geschäft, in dem es um horrende Summen geht, das Menschenleben kostet und systematisch Vergangenheit vernichtet, erfährt die Rezensentin. Auch dass Deutschland eine Drehscheibe für den illegalen Handel ist. Nach diesem Buch kann jedoch niemand mehr Unwissenheit vorschützen, hofft von Thadden.
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