Die Entdeckung Amerikas, Keplers Revolution, Reformation, Bauernkriege - in dieser turbulenten Zeit will der Gelehrte Sebastian Münster alles Wissen über die Welt in einem einzigen Buch ordnen. Ein kolossales Unterfangen, an dem er über 20 Jahre arbeitet. Nur selten verlässt er sein Studierzimmer in Basel. So verwundert es nicht, dass sich Fantasie und Realität vermischen: Monster, Riesen und Menschenfresser bevölkern seine Welt. Sein Buch wurde ein Bestseller und ein Juwel der Buchgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 09.12.2004
Die Idee, die Günther Wessels Buch über die Entdeckung der Welt zu Grunde liegt, findet Rezensent Tobias Gohlis "glänzend"; das Werk, das daraus entstand, leider nur "banal". Der Autor sieht in Professor Sebastian Münster, Kartograf und Professor, dessen Konterfei den alten Hundertmarkschein prägte, die prägende Figur jenes "Zeitenbruchs", nach dem die Erde nicht mehr als Zentrum und die Christenheit nicht mehr als alleinige Religion gesehen werden konnte. Doch das im Untertitel angekündigte Ziel zu beschreiben, wie man sich vor 500 Jahren die Welt vorstellte, erfülle Wessel nicht. "Kühn" ignoriere er alle kulturhistorische Forschung und zeitliche Differenz, wenn er Münster "als Mann von heute" darstellt. "Unverständlich" blieben dem Rezensenten die damaligen Umstände und das Wissenschaftsverständnis des Forschers. Und die Parallele, die Wessel zwischen Yellow-Press-Machern von heute und dem Professor von damals zieht - beide seien der Leserschaft zuliebe nur am Absurden orientiert - kann der Kritiker erst recht nicht nachvollziehen. So bleibt Wessels Werk für ihn ein Buch, das höchstens als "bebilderte Materialsammlung" von Interesse ist.
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