Susanne Schregel

Intelligenz

Eine Geschichte des Unterscheidens in Deutschland und Großbritannien (1880-1990)
Cover: Intelligenz
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783593518725
Paperback, 560 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Am Thema der "Intelligenz" entzündeten sich seit dem späten 19. Jahrhundert immer wieder weitreichende und kontroverse öffentliche Debatten um Praktiken, Regeln und Lehren der Unterscheidung. Susanne Schregel gibt erstmals eine Geschichte dieser breitenwirksamen Auseinandersetzungen um die Intelligenz von Menschen, Tieren und Maschinen in Großbritannien und Deutschland (1880-1990). Dabei zeigt sie, dass es in den oft leidenschaftlich geführten Disputen nicht nur um Intelligenz allein, sondern auch viel grundsätzlicher darum ging, wie eigentlich Differenz, (Un)Gleichheiten und prinzipielle Andersartigkeiten zu verstehen und zu attribuieren seien. Historiografisch rückt auf diese Weise die Veränderlichkeit und Konflikthaftigkeit des Sozialen selbst in den Mittelpunkt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2026

Doof findet Rezensent David Kuchenbuch dieses Buch über Intelligenz keineswegs. Geschrieben hat es die Historikerin Susanne Schregel, die die Entwicklung des Intelligenzbegriffs vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart verfolgt. Diese "Geschichte des Unterscheidens" setzt mit der Durchsetzung der Evolutionstheorie ein, fortan wird allerorts nach Unterschieden in kognitiven Fähigkeiten gefragt, bezüglich Ethnien, Altersgruppen, Spezies und anderen Differenzkriterien. Schregel geht auf viele Details dieser vielschichtigen Entwicklung ein, bestimmte Messverfahren wie der Binet-Simon-Test werden thematisiert, ebenso wie die ambivalente Rolle der Intelligenzforschung in der NS-Zeit - sie war als jüdisch verschrien, kam aber dennoch zur Anwendung, wenn Kranke aus der Gesellschaft ausgesondert werden sollten. Ziemlich abstrakt schildert Schregel all das und einiges mehr laut Kuchenbuch, allzu systematisch nähert sie sich freilich ihrem Thema nicht, Intelligenz wird hier vor allem als diskursives Phänomen untersucht. Interessant ist das Buch trotzdem, findet der Rezensent, dem vor allem, auch mit Blick auf KI-Debatten, die Schlusspointe einleuchtet: Schregel plädiert dafür, ausgehend vom Intelligenzbegriff zu untersuchen, wie verschiedene Gesellschaftsformationen die Grenzen des Sozialen fassen.

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