Das Leben am Beginn des Industriezeitalters war hart, und viele Menschen tranken Unmengen von Alkohol, um das Elend zu vergessen so lautet die gängige Forschungsmeinung. Dass alles ganz anders war, belegt die Studie von Gunther Hirschfelder. Mit seiner Untersuchung der Trinkgewohnheiten nimmt der Autor den Kulturwandel der Zeit zwischen 1700 und 1850 in den Blick. Im Fokus stehen die beiden frühneuzeitlichen Zentren schlechthin: das rheinische Aachen und das nordenglische Manchester, die erste Fabrikstadt der Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2004
"Belebend" nennt Eberhard Rathgeb diesen zweiten Band einer vergleichenden Studie zum Alkoholkonsum in der Region Aachen und Manchester von Gunther Hirschfelder. Offensichtlich gut unterhalten bis amüsiert berichtet Rathgeb dann von den Ergebnissen dieser Studie. Aber auch wenn er das Buch, eine "Desideratenkammer der Forschung", nicht ganz ernst zu nehmen scheint, so hat der Rezensent offenbar tatsächlich einiges erfahren, was er zuvor noch nicht wusste - etwa, dass man im neunzehnten Jahrhunderts in Aachens Kneipen noch laut sang und tanzte; bis die Behörden 1844 die Schankwirtschaften schlossen und den Getränkehandel durch Unternehmer beendeten.
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