Mit Zeichnungen von John Flaxman. und einem Nachwort von Manfred Lemmer. Der Stuttgarter Theologe Gustav Schwab (1792 ? 1850) wurde durch das "Buch der schönsten Geschichten und Sagen" und durch die "Sagen des klassischen Altertums" weit über den Umkreis seiner schwäbischen Heimat hinaus bekannt. Er war ein Gönner und Förderer junger Dichter, stand mit Chamisso, Uhland, Kerner, aber auch mit Goethe und Tieck in Verbindung. Das Überragende seiner Sammlung besteht darin, daß er es vermochte, die gesamte antike Mythologie und Sagenwelt zu einem einheitlichen Ganzen zu verweben. Schwab hat die verschiedensten Quellen zusammengetragen und es ist ihm gelungen, aus Stoffen unterschiedlicher Herkunft eine gerundete und einprägsame Darstellung zu schaffen, die in dieser Art einzig ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Georg Klein gibt zu, dass er in seinen intensiven Kindheitsbegegnungen mit Odysseus und der griechischen Sagenwelt nie einen Gedanken an denjenigen verschwendet hat, der die Sagen niedergeschrieben hat. Dabei lese sich der Lebensabriss Gustav Schwabs, von Manfred Lämmer in einem Nachwort der nun vorliegenden Neuausgabe der Sagen des klassischen Altertums nachzulesen, selbst wie eine Geschichte aus sagenhafter Zeit, findet er. Unverhohlene Bewunderung zollt er diesem Mann, der neben seinen Tätigkeiten als Pfarrer und Lehrer auch noch Schriftsteller war. Wenn Schwab, wie Klein behauptet, in letztgenanntem Betätigungsfeld auch nicht besonders erfolgreich war, so verdient er nach Meinung des Rezensenten für sein Bemühen um die klassischen Sagen große Anerkennung. Klein lobt Schwabs Fleiß und seine Treue gegenüber den altgriechischen und lateinischen Vorlagen, aber als noch viel bemerkenswerter empfindet er dessen Vertrauen in die eigene Sprache. Klein schlägt vor, die Sagen in Mußestunden nicht nur selbst zu geniessen, sondern auch den Kindern vorzulesen. Schwab erweist sich dann, mit ein wenig Glück, noch einmal "als ein verlässlicher Hausgott unseres Erzählens", verspricht er.
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