Sarah Iles Johnston

Von Göttern und Menschen

Die griechischen Mythen neu erzählt von Sarah Iles Johnston
Cover: Von Göttern und Menschen
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406827099
Gebunden, 558 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Limitierte Ausgabe mit Farbschnitt. Aus dem Amerikanischen von Heiker Schlatterer. Die griechischen Sagen gehören mit ihren zeitlosen Bildern und Geschichten zum Erbe der Menschheit. Sarah Iles Johnston hat auf der Grundlage einer souveränen Quellenkenntnis die griechischen Mythen in einer modernen, frischen Sprache neu erzählt und so angeordnet, dass sich ein fortlaufender Lektürefaden ergibt. Ein Meisterwerk, das dazu einlädt, die Welt von Herakles, Ödipus und Medea neu kennenzulernen. Die Odyssee und die Fahrt der Argonauten, der Feuerbringer Prometheus und der Sänger Orpheus, die weise Athena und die Unterweltgöttin Persephone: Die griechischen Mythen bringen existenzielle Fragen nach Liebe und Tod, Macht und Ohnmacht, Heldentum und Verschlagenheit in einprägsamen Geschichten zum Ausdruck. Doch wer sie kennenlernen will, muss bisher zwischen verstaubter Sprache und quellenferner Lockerheit wählen. Sarah Iles Johnston erzählt lesbar - und mit besonderem Interesse für die weiblichen Perspektiven. Im Anhang nennt sie zu jeder Geschichte die Quellen. Ein Register erschließt das große Personal an Göttern, Heldinnen und Sterblichen. Jede Geschichte ist in sich geschlossen und zugleich nur ein kurzes Kapitel in dem großen Roman vom Ursprung des Kosmos bis zu den Folgen des Trojanischen Kriegs.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2025

Rezensentin Christine Brinck ist ganz Ohr, wenn Sarah Iles Johnston die griechischen Mythen neu erzählt. Der Professorin für klassische Philologie gelingt das laut Brinck spielend, indem sie den poetischen Reichtum der spannenden Göttersagen in zeitgemäßer Sprache erglänzen lässt. Allerdings benennt sie auch die Gewalttaten von Zeus und Co. schonungslos und beweist Sensibilität für die Frauenrolle, meint Brinck. Der Leser kann, vorbereitet durch eine "hervorragende" Einleitung und einen umfangreichen Quellenteil, in die Welt der Götter eintauchen, ihre Genealogie erkunden oder angesichts der Rachsucht und der Morde von Herakles und Theseus erschaudern, so die Rezensentin sichtlich begeistert. Der Band eignet sich zur kapitelweisen Lektüre von Laien wie von Kennern gleichermaßen, findet Brinck.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2025

Rezensent Uwe Walter empfiehlt Sarah Iles Johnstons Geschichte der Götter. Ein bisschen erinnern ihn Stoffumfang und chronologischer Aufbau an Karl Kerenyis zweibändigen Klassiker, doch das war's auch schon mit der Ähnlichkeit. Johnston verzichtet laut Walter zwar gleichfalls auf Aktualisierungen, schafft es jedoch, die antiken Textfassungen in den Hintergrund treten zu lassen. An ihre Stelle kommen kleinere Erzählungen und dialogische Passagen, die auch für Leser mit geringer Aufmerksamkeitsspanne geeignet sind, wie Walter erklärt, und Illustrationen, die mal nicht antike Vasenmalereien zeigen. Antike Kontexte werden von der Autorin allerdings dennoch beleuchtet, so Walter. 

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