Dieser Band handelt von der Angst. Nur wenn man über sie spricht, kann sie auf den Begriff gebracht werden; nur so kann man sie in den Griff kriegen; nur so auch besteht die Aussicht, dass sie nicht zur destruktiven Sprengkraft, sondern zur konstruktiv nutzbaren Ressource im Privatleben des Einzelnen und im Zusammenleben der Menschen wird. Der Band enthält sowohl klassische Texte (von u.a. Guglielmo Ferrero, Sören Kierkegaard, Horst-Eberhard Richter) als auch Originalbeiträge (von u.a. Rainer Hank, Konrad Hummler, Walter Kiehlholz) zu Angst und Furcht in ihrer Bedeutung für Politik und Wirtschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2006
Als interessante Lektüre betrachtet Rezensent Klaus Peter Krause diesen von Guy Kirsch herausgegebenen Band, der Beiträge über die Zusammenhänge von Angst und Ökonomie versammelt. Besonders Kirschs Aufsatz über die bislang eher unterbelichtete Rolle der Angst in den Wirtschaftswissenschaften hat es ihm angetan: deren Wunsch- und Modellmensch, der "Homo oeconomicus", ein Wesen ohne Gefühle, Affekte und Leidenschaften, soll realistischer gedacht werden. Am Beispiel des BSE-Skandals zeigt Kirsch für Krause anschaulich die ökonomische Dimension der Angst. Auch die übrigen Beiträge des Bands, teils neue Texte, teils Nachdrucke alter Schriften, haben ihn mit ihren "klugen philosophischen Betrachtungen" überzeugt. Neben Kurt Annens Beitrag über Angst und Misstrauen hebt er die Beiträge von Klaus Mackscheid zu Angst und Furcht in der sozialen Sicherung und von Friedrich Sell über Angst und Konjunktur hervor.
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