Aus dem Englischen von Susanne Hornfeck. Ha Jin erzählt in diesem Band von der Ironie der Tyrannei in all ihren Varianten und lässt den Leser mit seinen Figuren hautnah spüren, was der zunehmende Einfluss des Westens auf eine immer noch durch und durch kontrollierte Alltagswelt für bitter-ironische Konsequenzen beinhalten kann. Es sind die unfreiwillig komischen Missverständisse, die aus einem unterschiedlichen Gerechtigkeitssinn resultieren und bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt, aus denen Ha Jin eine emotionale Nähe zu unserem westlichen Alltag evoziert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.03.2003
Inhaltlich findet Rezensentin Christiane Hammer die neue Erzählsammlung des in den USA lebenden und englisch schreibenden Chinesen Ha Jin sehr interessant. Wieder einmal habe der Autor "die gesamte Gesellschaft der Volksrepublik China in der unwirtlichen Nordprovinz Heilongjiang konzentriert, sie sei in den Erzählungen eine Art fiktiver Mikrokosmos, der die Probleme des sich im Umbruch befindlichen "Reiches der Mitte" bündele. Doch stilistisch überzeugen die Rezensentin die Erzählungen nicht. Von der Ich- über die auktoriale Erzählung bis hin zum Brief sei fast alles zu finden, häufig wechselten Milieu, Perspektive und Sujets. Die einzelnen Erzählungen beschreibt Hammer als häufig weitschweifig und wenig fokussiert. Sie vermisst die erzählerische Ökonomie der "klassischen" Kurzprosa, und auch den Vergleich der "New York Times" zwischen Jin und Tschechow findet Hammer gänzlich unangebracht.
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