Hallgrimur Helgason

Rokland

Roman
Cover: Rokland
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2006
ISBN 9783608937664
Gebunden, 479 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig. Schlechter kann es für Böddi nicht laufen. Erst fliegt er als Lehrer, dann erfährt er, dass er gerade der Tochter seines ehemaligen Rektors ein Kind gemacht hat. Dann verliert er nach dem Tod der Mutter auch noch sein Elternhaus. Das reicht, um durchzudrehen: Böddi steigt auf sein Pferd und bricht zu einem Amokritt in die Hauptstadt auf. In Reykjavik ruft er zum allgemeinen Umsturz der Lebensverhältnisse auf, doch hinter seinem Rücken vermarktet ihn der eigene Bruder schon in den Medien ..."Rokland" ist als literarische Gesellschaftssatire eine Fortsetzung der beiden vorangegangenen Romane von Hallgrimur Helgason. Der isländische Don Quijote des 21. Jahrhunderts kämpft allerdings nicht gegen Windmühlen, sondern gegen die Allgegenwart des Fernsehens und die allgemeine Verflachung und Verblödung seiner Landsleute.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2006

Rezensent Aldo Keel hat diesen Roman als "wilde, ungestüme Groteske" über die "entwurzelte Konsum- und Mediengesellschaft" gelesen, und zwar mit ziemlichem Vergnügen. Besonders angetan hat es ihm Hallgrimur Helgasons Held Böddi, seines Zeichens Hölderlinübersetzer und Liebhaber deutscher Klassiker, dessen Bruder als "Fernsehmime" glänzt, während die Mutter mit Dauergucken ihren Verstand dezimiert. Der Rezensent zitiert hinreißende Böddi-Bruder-Sätze wie "Marlon Brando war mein Schopenhauer" und liegt auch sonst Autor Helgason zu Füssen, dessen Ansatz kritische Theorie mit Kulturkonservativismus zu verbinden, er in diesem Roman intelligent und ungeheuer komisch aufgehen sieht. Begeistert sieht er Böddi in tragikomischer Don-Quijote-Pose dann im "fulminanten Finale" durch die Gewerbegebiete der Vorstädte reiten, um in Reykjavik eine Kulturrevolution anzuzetteln, am Ende jedoch nur im Fernsehstudio eines Privatsenders landet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2006

Rezensent Aldo Keel hat diesen Roman als "wilde, ungestüme Groteske" über die "entwurzelte Konsum- und Mediengesellschaft" gelesen, und zwar mit ziemlichem Vergnügen. Besonders angetan hat es ihm Hallgrimur Helgasons Held Böddi, seines Zeichens Hölderlinübersetzer und Liebhaber deutscher Klassiker, dessen Bruder als "Fernsehmime" glänzt, während die Mutter mit Dauergucken ihren Verstand dezimiert. Der Rezensent zitiert hinreißende Böddi-Bruder-Sätze wie "Marlon Brando war mein Schopenhauer" und liegt auch sonst Autor Helgason zu Füssen, dessen Ansatz, kritische Theorie mit Kulturkonservativismus zu verbinden, er in diesem Roman intelligent und ungeheuer komisch aufgehen sieht. Begeistert sieht er Böddi in tragikomischer Don-Quijote-Pose dann im "fulminanten Finale" durch die Gewerbegebiete der Vorstädte reiten, um in Reykjavik eine Kulturrevolution anzuzetteln, während er am Ende jedoch nur im Fernsehstudio eines Privatsenders landet.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…