Aus dem Isländischen von Kristof Magnusson. Die junge Künstlerin Eva Einarsdottir trifft sich in New York mit einem isländischen Banker, der ihr eine Förderung ihres nächsten Dokumentarfilms in Aussicht gestellt hat. Es geht ihr nicht gut. Beruflich nicht, und auch privat steht sie vor einem Scherbenhaufen: Hrafn, ihre große Liebe, hat sich von ihr abgewendet und ist zurück nach Island gegangen. Er ist mit dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Tochter nicht fertig geworden. Und sie auch nicht. Sie betäubt sich mit Alkohol und Zigaretten und kann nur daran denken, Hrafn wieder zurückzuholen. Im Gespräch mit dem Banker erzählt sie mehr von sich, als sie will, und er bietet ihr an, sein verwaistes Luxusappartement in Reykjavik zu hüten. Ein Glücksfall. Aber als sie dort ist, hat Eva immer mehr das Gefühl, dass man sie in eine Falle gelockt hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2011
Uwe Stolzmann begrüßt zwei isländische Romane, die ein verstörendes und fesselndes Bild jenseits der traditionellen Islandklischees von Trollen, Elfen und sagenhaften Wikingern zeichnen. Steinar Bragis Roman "Frauen", in dem eine tief in der beruflichen und persönlichen Krise steckende Künstlerin in das dunkle Netz eines Installationskünstlers gerät, der an ihr ein finsteres Kunstexempel statuiert, hat den Rezensenten durch seine ausufernde Gewalt und seine provokativen, frauenverachtenden Thesen erschreckt und gleichwohl fasziniert. Ob es sich beim Roman um reine "Provokation" oder dezidierte Kritik handelt, welchen "metaphorischen Hintersinn" uns Bragi hier präsentiert, bleibt dem Rezensenten schleierhaft. Trotzdem ist er sich ganz sicher, es hier mit einem fesselnden, gelungenen Roman zu tun zu haben, der "geistvoll und zeitkritisch" gute Unterhaltung bietet.
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