Hannes Rösler nimmt die Überlastung des Gerichtshofs der Europäischen Union und die wachsende Kritik der Privatrechtswissenschaft an dessen Rechtsprechung zum Anlass, der Zusammenarbeit zwischen mitgliedstaatlichen und europäischen Gerichten mitsamt ihren institutionellen, rechtsstaatlichen und föderalen Strukturprinzipen erstmals eine breit angelegte Arbeit zu widmen. Hannes Rösler spricht sich für den Ausbau und für eine Spezialisierung der Unionsgerichtsbarkeit aus. Außerdem analysiert er den Einfluss der nationalen Prozessrechts- und Justizordnungen auf die Anwendung des Unionsrechts in den Mitgliedstaaten, die Anforderungen an die Effektivität des Unionsrechtsschutzes und die Notwendigkeit weiterer Harmonisierung des Internationalen Privat- und Zivilverfahrensrechts. Für diese Arbeit wurde der Autor mit dem Kurt-Hartwig-Siemers-Wissenschaftspreis 2013 der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung ausgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2013
Weitsicht und eine sorgfältige, stringente juristische Analyse der Europäischen Gerichtsbarkeit betreffend ihre föderale Gestaltungsfähigkeit bescheinigt Katja Gelinsky Hannes Rösler. Dass der Autor über den Tellerrand nach Amerika und hin zu außerrechtlichen Bedingungen (Politik, Soziologie, Ökonomie etc.) der Gerichtsbarkeit schaut, rechnet die Rezensentin ihm hoch an. Dieser interdisziplinäre Ansatz vertieft und erweitert die Arbeit laut Gelinsky entscheidend. Die genaue Dokumentation von allgemein als defizitär beklagten Strukturen und Arbeitsabläufen der Gerichtsbarkeit gefällt Gelinsky, die auch die Reformvorschläge des Autors, etwa die Realisierung eines Beschwerderechts, für bedenkenswert hält.
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