Eines gleich vorweg: Vom Weltuntergang sprechen die Figuren dieses Buches nicht. Nein, die Apokalypse, die auch ein überforderter US-Präsident mit eigenartiger Frisur nicht verhindern konnte, wird von den Bewohnern der Falklands mit dem der Insel eigenen Understatement nur mit 'die betrüblichen Ereignisse, über die wir ungern reden' umschrieben.
Das gemütliche Leben in der britischen Enklave (denn diese Inseln sind britisch, und wie!) hat sich seither aber ohnehin kaum verändert: Man geht weiterhin in den Pub, schert die Schafe und genießt die gute Meeresluft. Na gut, die Kinderlosigkeit ist schon seltsam. Und die Tatsache, dass man gefährliche Expeditionen aufs argentinische Festland wagen muss, um Vorräte anzulegen, macht den Menschen auch zu schaffen. Außerdem gibt es da noch das vollbesetzte Kreuzfahrtschiff, das vor der Küste liegt und dessen Passagiere nur zu gerne ihre Kabinen verlassen und sich auf der Insel ansiedeln wurden.
Als dann plötzlich der allseits beliebte Gouverneur erschlagen wird - in einem Raum, dessen Türen und Fenster von innen verriegelt waren -, geraten die Dinge aus den Fugen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017
Rezensent Christoph Haas hat mit Hannes Steins neuem Roman "Nach uns die Pinguine" die deutsche Version einer britischen detective novel gelesen. Denn trotz der postapokalyptischen Ereignisse, die Stein hier auf den Falkland-Inseln vor sich gehen lässt, geht es immer wieder recht gemütlich zu, erzählt der Kritiker, der dem scheuen Radiomoderator Joshua und zwei an Dick und Doof erinnernden Inselpolizisten bei ihren Ermittlungen im Mordfall eines mit einer Churchill-Büste erschlagenen Gouverneurs folgt. Die Mischung aus Ironie und Melancholie, mit der der Autor plaudernd reale politische Tragödien wie die Konflikte zwischen indischen Hindus und Muslimen abhandelt, hat dem Rezensenten gefallen.
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