Hanns-Josef Ortheil erzählt in seinem neuen Roman von drei jungen Frauen und einem Fremden, der die Gabe und die Fähigkeiten besitzt, ihre Leben komplett zu verändern. Unerwartet ist der Typ plötzlich da. Er heißt Matteo, ist Venezianer und von Beruf Restaurator. In Venedig hat er die Kölner Studentin Mia flüchtig kennengelernt und ist ihrer Einladung in die Stadt am Rhein gefolgt. Mia lebt gemeinsam mit zwei Freundinnen in einer WG im Kölner Norden. Ahnungslos nehmen sie den Fremden bei sich auf und spüren schnell, wie stark seine Gegenwart auf sie wirkt. Denn Matteo ist zurückhaltend, unaufdringlich, strahlt aber zugleich etwas reizvoll Magisches und Unergründliches aus. Begeistert zeichnet er den Dom und seine Figuren und sucht in der ganzen Stadt nach Spuren uralter Verbindungen zwischen dem Kölner Norden und dem venezianischen Süden, zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Dabei entdeckt er immer genauer die Abgründe seiner eigenen Existenz, ein Sog, der auch seine Mitbewohnerinnen erfasst. Als er zurück in die Heimat will, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Und alle fragen sich: Wer ist Matteo? Ein brillanter Zeichner? Oder vielleicht sogar ein Engel, mit himmlischen und teuflischen Sphären vertraut und im Bunde? Und wer sind sie selbst?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2017
Rezensent Martin Halter kommt nicht ganz auf seine Kosten mit Hanns-Josef Ortheils neuem Roman. Ortheils als Mysteriengeschichte daherkommender Versuch, Venedig und Dolce Vita an den Rhein zu verlegen, imponiert Halter zwar mit kunst- und kulturgeschichtlichem Wissen und literarisch gewendeter Italophilie (für Halter ist Ortheil eine Art "Don Leon"), doch so richtig zu zünden vermag das epiphanische Auftauchen eines engelsgleichen Amors in einer Kölner Frauen-WG für Halter nicht. Vielleicht liegt es ja an Ortheils melancholischem Meditieren über Alter und Tod.
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