Hanns Zischler

Das Mädchen mit den Orangenpapieren

Cover: Das Mädchen mit den Orangenpapieren
Galiani Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783869710969
Gebunden, 112 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Hanna Zeckau. Hanns Zischlers literarisches Debüt über das Erinnern, den Verlust und das Weitergehen. Die Geschichte handelt von Elsa, einem Mädchen, das es Mitte der 50er- Jahre mit seinem Vater von Dresden nach Bayern verschlagen hat. Obwohl Elsa erst kurze Zeit in der kleinen Stadt an der Ache ist und sie von vielen wegen ihres Dialekts belächelt wird, hat sie schon Freunde: Asampauli, mit dem sie den Schulweg teilt; der Lehrer Kapuste, der seinen Schülern seltsame Rätsel aufgibt; und die Obsthändlerin, die für Elsa die exotischen Papiere aufbewahrt, in denen die Orangen eingeschlagen sind. Auf die Idee, Orangenpapiere zu sammeln, hat Kapuste Elsa gebracht. Vielleicht, weil er ahnt, dass sie einen Fluchtpunkt benötigt, und eine Brücke, mit anderen über die Dinge zu sprechen, die sie tief in sich verschlossen hält. Und tatsächlich, als eine Neue in die Klasse kommt, beginnt für Elsa langsam und tastend ein Aufbruch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2014

Hymnisch bespricht Rezensent Christoph Bartmann diese kleine und "kultivierte" Erzählung des Schauspielers, Essayisten und nun auch Schriftstellers Hanns Zischler, die nun unter dem schönen Titel "Das Mädchen mit den Orangenpapieren" erschienen ist. Der Kritiker begleitet hier die kleine und scheue Außenseiterin Elsa, die in den fünfziger Jahren allein mit ihrem Vater in einem oberbayrischen Dorf lebt und ihre ganze Sehnsucht und Leidenschaft in das Sammeln von bunt bedruckten Orangenpapieren steckt. Bartmann glaubt fast das Knistern der exotischen Papiere zu vernehmen und lässt sich schnell von den poetischen Tagträumen Elsas anstecken. Ganz verzaubert zeigt sich der Rezensent von Zischlers "Proust'scher Ding- und Trägerhaftigkeit", taucht tief in die sanft heraufbeschworenen Stimmungen ein und erlebt hier etwas fast Vergessenes: "Herzensbildung".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2014

Wie ein fast nichtiger Anlass zu Großem führen kann, lernt Alexander Kosenina von Hanns Zischler. Dessen Erzählung eröffnet dem Rezensenten nicht nur die Welt der zarten Orangenpapiere, sondern damit, und dies äußerst charmant, wie Kosenina versichert, Imaginationsräume, die verlocken. Das liegt, wenn wir dem Rezensenten folgen, unzweifelhaft an Zischlers Beobachtungs- und Fabuliergabe, seiner Fähigkeit, die Verwandtschaft zwischen Schlichtem und Schönem zu erkennen und sie geschmeidig, lustvoll, schnörkellos in Worte zu fassen.
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