Der 1970 gegründete Nationalpark Bayerischer Wald hat dazu geführt, dass heute "wilde Natur" in inzwischen 14 deutschen Nationalparks entsteht. Die wilde Natur wird zur Wildnis, was vor 30 Jahren noch absolut negativ gesehen wurde. Zwei Drittel unserer Mitbürger wünschen sich mittlerweile aber mehr Wildnis, die sie sehr gerne erleben. Nicht nur das "Kulturerbe", sondern auch das "Naturerbe" - ein Begriff, der in den 80er Jahren noch in keinem Lexikon zu finden war - wird heute geschützt.
Wie es im Nationalpark dazu kam, dass in ihm heute schon auf über 15.000 Hektar wilder Wald mit einer in den Anfangsjahren nicht vorstellbaren Arten- und Biotopvielfalt wächst, ist in diesem Buch nicht in Form einer fachlichen Dokumentation zusammengestellt, sondern in Form von Geschichten von Anbeginn bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2017
Rezensent Christian Schütze lernt von dem Gründungsdirektor des Nationalparks Bayerischer Wald, Hans Bibelriether, was es braucht, um einen Nationalpark zu gründen. Bibelriether lässt den Kritiker hier an der Planungsphase Ende der sechziger Jahre ebenso teilhaben wie an politischen Widerständen, Morddrohungen und Unwägbarkeiten der Natur, die das Konzept "Natur Natur sein lassen" ins Wanken brachten. Nicht zuletzt verdankt Schütze dieser instruktiven Mischung aus Tagebucheinträgen, Zeitungsartikeln, Propagandamaterial und amtlichen Schriften spannende Einsichten in die verschiedenen Interessen an der "Ressource Wald".
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