Herausgegeben von Joachim Radkau und Frank Uekötter. Vom Reichsnaturschutzgesetz bis zur Landschaftsplanung in den "eroberten Ostgebieten" und dem Reichsautobahnbau, vom Antisemitismus in der Naturschutzbewegung bis zum Umgang mit der NS-Vergangenheit nach 1945 wird hier erstmals umfassend diskutiert, mit welchem Erbe sich der heutige Natur- und Umweltschutz auseinander setzen muss. Beiträge u. a. von David Blackbourn, Hansjörg Küster und Bundesumweltminister Jürgen Trittin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2004
Rezensent Dirk van Laak zeigt sich recht angetan diesem von Joachim Radkau und Frank Uekötter herausgegebenen Sammelband über "Naturschutz und Nationalsozialismus", der in 18 Beiträgen der Frage nachgeht, ob und inwiefern, die Nationalsozialisten Vorläufer der grünen Bewegung waren - schließlich erließen die Nazis 1935 ein Naturschutzgesetz, das bis 1976 nahezu unverändert in Kraft blieb. Die Autoren gehen dabei recht unterschiedlichen Fragen nach: War Reichsernährungsminister Richard Walther Darre ein früher Anthroposoph? Muss der Naturschutz auf Hermann Görings Jagdleidenschaft zurückgeführt werden, der er möglichst ungestört nachgehen wollte? Ist die landschaftliche Einbindung deutscher Autobahnen nicht bis heute vorbildlich? Wie der Rezensent berichtet, diskutieren die Autoren solche Fragen auch wegen der moralischen Problematik, "dass die falschen Leute das scheinbar Richtige tun". Wenn die Umweltschützer nach 1933 energisch versuchten, ihre Vorstellungen von einer "organisch" gestalteten Landschaft zu verwirklichen oder Reservate einer angeblich deutschen "Urlandschaft" zu bewahren, so dienten Naturschutz und Ressourcenschonung auch als Deckmantel für die nationalsozialistische Energiepolitik, die immer offensichtlicher auf einen neuen Krieg zusteuerte, referiert van Laak. Insgesamt habe das Dritte Reich ökologisch nicht bewusster als andere Industriegesellschaften gewirtschaftet, auch wenn vom "Kampf dem Verderb" mehr Aufhebens gemacht worden sei.
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