Eine Gemeinde nimmt Abschied von dem berühmten Professor und bedeutenden Kunsthändler Gustav Schneider. Gestorben an Herzversagen im hohen Alter - scheinbar nichts Außergewöhnliches. Wären da nicht die Gerüchte um seine Frau, die allein und wie versteinert am Grab steht, und wären da nicht zwei Männer, der Historiker Carlsson und der Kommissar Suchow, die nicht aufhören können, sich Fragen zu stellen. Wie hat es Schneiders Frau, die 30 Jahre jüngere Katharina, geschafft, dem großen Kunstkenner und Unternehmer immer mehr die Kontrolle über ein ganzes Imperium zu entreißen? Und warum fand man neben dem Toten eine unvollendete Erklärung mit der Überschrift "Widerruf"? In dichten Gesprächen setzen Carlsson und Suchow Stück für Stück das Leben eines außergewöhnlichen Mannes zusammen, kreisen wie in einem Kammerstück immer enger um das Geheimnis eines Verbrechens und erzählen dabei nolens volens auch ein Kapitel deutscher Zeit- und Wirtschaftsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2006
Rezensentin Catrin Lorch fühlt sich verschaukelt, was sie aber nicht daran hindert, sich recht ausfürhlich zu beschweren. Es geht in dem Roman aus der Nachkriegszeit um den graumelierten Kunsthändler Gustav Schneider, der noch während des Krieges in Paris Bilder und Flüchtlinge versteckt. Doch leider gerät er dann an die falsche Frau, einen verruchten Pola-Negri-Typ, deren wahre Absichten er nicht sofort erkennt. Als es dann soweit ist, hat er sie geheiratet und die richtige Frau, mit den Kurven wie von einem Manetbild, ist weg und der Kunsthändler Jahre später tot. Aus der Rückblende wird erzählt, wie sich ein Kommissar und ein Freund am offenen Grab des Kunsthändlers treffen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Rezensentin hat sich arg gelangweilt bei der vierhundert Seiten starken Lektüre. Sie fand den Plot konstruiert, die Rhetorik aufgeblasen und die Kunsthändler-Bürgerlichkeit verklemmt.
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