Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Hans-Hermann Bartens. Dieses Buch gewährt einen Einblick in die reiche Sagentradition der verschiedenen Sprach- und Wohngebiete der Saamen (auch: Samen) in Schweden, Norwegen, Finnland und auf der Halbinsel Kola in Russland. Die Sagen stammen zum Teil aus längst vergangenen Zeiten. Einige sind auch jüngeren Datums.
Obwohl sie überwiegend schriftlich festgehalten worden sind, haben sie die ursprüngliche Lebendigkeit des mündlichen Erzählens in der saamischen Gemeinschaft bewahrt. Mit ihnen werden Glaubensvorstellungen vermittelt und Ereignisse im Sinne der Traditionsgemeinschaft gedeutet. Viele Texte illustrieren zudem die (historische) Lebenswirklichkeit und Kultur der verschiedenen saamischen Gruppen. In ausführlichen Kommentaren zu den einzelnen Sagen ordnet Hans-Hermann Bartens die Texte in die saamische Tradition ein und gibt u. a. religionswissenschaftliche Hinweise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2018
Tilman Spreckelsen bekommt eine Menge mit dieser von Hans-Herrmann Bartens übertragenen und herausgegebenen Sagen-Sammlung. Für den Rezensenten liegt das schon an der Anlage zwischen Forschungsbeitrag und Lesetext. Die Sagen selbst sind laut Spreckelsen weniger überformte Märchen als Protokolle einer mündlichen Erzähltradition. Bartens' Erläuterungen drängen sich nicht auf, sondern zeigen den Umfang der Sagenkreise, ihre Varianten und Unterschiede auf dem Gebiet der Saami zwischen Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Beim Lesen entdeckt Spreckelsen motivische Verbindungen mit mitteleuropäischen Märchen.
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