Aus dem Norwegischen von Stefan Pluschkat. Als ihre Großmutter stirbt, reist die Samin Marie nach Jahren im Ausland erstmals wieder nach Finnmark, in ihre alte Heimat. Zurück in der einst vertrauten Umgebung, jedoch mit dem Blick der Besucherin, beginnt sie, die Biografie der Frauen ihrer Familie zu erforschen - die der Urgroßmutter mütterlicherseits, der Großmutter, Mutter und ihre eigene. Diese erweist sich rasch als eine Geschichte doppelter Diskriminierung und Marginalisierung - weil sie Frauen, aber vor allem, weil sie Saminnen sind. Ein Roman über Identität, Frauenrollen und die Unterdrückung eines der größten indigenen Völker Europas - messerscharf beobachtet, persönlich und politisch zugleich, mit Verve und Furor erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.12.2025
Mit "Acht Jahreszeiten" hat die samische Autorin Kathrine Nedrejord einen packenden und politisch engagierten Roman geschrieben über ein Kapitel der norwegischen Geschichte, das lange, und noch zu Nedrejords Schulzeit niemand aufschlagen wollte. So kommt es, weiß Rezensentin Andrea Gerk, dass die Autorin bis ins Erwachsenenalter kaum Bezug hatte zur samischen Kultur und Geschichte. Genau wie ihre Protagonistin Marie verband sie ihre samische Herkunft lange vor allem mit der Diskriminierung und Demütigung, die sie als Kind und Jugendliche erfahren hat und von der Nedrejord eindringlich zu erzählen weiß. Seit vielen Jahren lebt Marie nun, wie ihre Autorin, in Paris, lesen wir. Erst als ihre Großmutter stirbt, kehrt sie in ihre Heimat Nordnorwegen zurück und beginnt dort, ihre eigene sowie auch die Vergangenheit ihrer Familie aufzuarbeiten. Dieser Roman, der sich teilweise wie eine lange "politische Schimpftirade" liest, hat dazu beigetragen, einen längst überfälligen Diskurs anzustoßen, und der Autorin in Norwegen großen Erfolg eingebracht, einen Erfolg, den die Rezensentin offenbar nachvollziehen kann.
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