Ihre Rituale sind ebenso brutal wie sinnfrei: Drei Jugendliche, die vor der Stumpfsinnigkeit ihres Daseins fliehen, wenden all ihre Aggressionen gegen Rocko, einen Obdachlosen, der ihnen als Punchingball für alle Lebenslagen dient. Rocko wiederum erträgt langmütig alle Misshandlungen - seine Sehnsucht gilt seinem früheren Leben und seiner ihm entwachsenen Tochter, die mit dem Vater nichts zu tun haben will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2015
Warm ums Herz ist Rezensent Martin Lhotzky während der Lektüre von Harald Darers neuem Roman "Herzkörper" zwar nicht gerade geworden, dennoch hat er dieses Buch in einem Atemzug gelesen. Einmal mehr begegnen ihm hier veritable Verlierertypen, der Stadtstreicher Rocko etwa, der seine Tochter nicht mehr sehen darf und gelegentlich von den drei halbstarken Schulfreunden Andi, Boro und Chris angezündet oder bepinkelt wird. "Derb" erscheint dem Kritiker auch Darers von Austriazismen durchzogener Erzählton. Denjenigen, die sich an so viel Tristesse nicht stören, kann der Rezensent dieses Buch aber durchaus empfehlen.
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