Der Herr Norbert spricht mit seinem Hund. Der Herr Norbert spricht aber auch mit seinem Therapeuten in der Männerberatungsstelle. Er erzählt vor allem von seiner Kindheit in einem Dorf an der steirischen Südbahnstrecke. Norberts Mutter war Magd auf dem Leitenbauerhof, Norbert ihr Bankert, von der Familie geduldet, von der Mutter geliebt. Von der Mutter jedoch auch unter Tränen in die Stadt verschickt: Norbert hatte sie beim Tête-à-Tête mit dem Hofherrn erwischt und diesen niedergeschlagen. Worauf der Bauer das ohnedies unnütze Kind in einen Zug setzen und ins Kinderheim schaffen ließ.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2013
Den Groll, den die vom Schicksal arg gebeutelte Hauptfigur in diesem Debüt gegenüber der Menschheit hegt, kann Martin Lhotzky durchaus verstehen. Auch ansonsten ist er diesem Buch wohlgesonnen: Darer schreibt auf sehr eigene Weise lakonisch - Lhotzky sieht eine Nähe zum Stil von Albert Drach - und zudem "konsequent leidenschaftslos" ohne es an sarkastischer Würze fehlen zu lassen, goutiert der Rezensent. Trotz aller Antipathien gegen die wenig sympathische Hauptfigur fühlt der Rezensent eben doch auch mit ihr mit - was auch an der schauderhaften Umwelt liegt, in die der Autor sie geworfen hat. Etwas lapidar, aber Darers Stil wohl angemessen, fällt Lhotzkys Leseempfehlung am Ende seiner vor allem aus einer Inhaltsangabe bestehenden Rezension aus.
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