Harald Haarmann legt hier erstmals eine moderne Universalgeschichte der Sprachen vor. Er beschreibt, was wir über die Sprachfähigkeit der frühesten Menschen wissen, in welchen Stufen sich die komplexe Sprache des Homo sapiens entwickelte und wie die vergleichende Sprachforschung das Nostratische als älteste bekannte Sprachfamilie rekonstruiert hat. Haarmann versteht es meisterhaft, seinen Lesern die oft verschlungenen Wege der Herausbildung von Sprachfamilien, der Transformation und Aufgliederung alter und der Entstehung neuer Sprachen zu vermitteln. Ein Ausblick auf gegenwärtige Entwicklungen rundet den Band ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2007
Höchst kritisch wendet sich Florian Coulmas zunächst Harald Haarmanns Versuch zu, eine Weltgeschichte der Sprachen zu schreiben. Taugen Sprachen überhaupt für ein solches Projekt? Coulmas findet Beweise dafür, wo immer der Autor die Verbreitung von Sprache über den Globus verfolgt und ihre Verwandlung innerhalb der Sprachfamilien linguistisch, historisch und kulturell untersucht. Hier wird dem Rezensenten klar, dass Sprache erst durch den Menschen lebendig wird. Er lernt, woher die deutsche Militärterminologie ihren euphemistischen Zug hat und kann mittels des großzügig zur Verfügung gestellten Materials manches Vorurteil "zurechtrücken". Dass Haarmann bei seinen Ausführungen über die Anfänge der Sprachrevolution ins Spekulieren kommt, stört Coulmas allerdings ein wenig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.03.2007
Einfach "großartig" findet Rezensentin Stefana Sabin die Art und Weise, wie Harald Haarmann neueste Erkenntnisse der Sprachwissenschaft und Anthropologie gut verständlich darstelle. Vor dem auch geschichtlich umfassenden Hintergrund, den der Autor ausbreite, erscheine der heutige Klimawandel als Petitesse. Den größten Raum nähmen die indoeuropäischen Sprachen ein, deren Besonderheiten der Autor immer geschickt anhand des Deutschen erkläre. Im letzten Teil gehe es dann um Verschriftungssysteme und hier insbesondere um die Bedeutung der lateinischen Schrift. Gut gefallen haben der Rezensentin auch Reflektionen zur Zukunft der Sprachentwicklung, denn hier beruhige Harald Haarmann gewissermaßen die Gemüter mit dem Hinweis, eher werde in Zukunft überall chinesisch oder Hindi gesprochen als englisch. In Hinblick auf die Aktualität solcher Fragen prophezeit die Rezensentin dem vorliegenden Werk Besteller-Potential.
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