Aus dem Englischen von Michael Adrian und Nikolaus Gramm. Quasi unter der Hand scheint sich Englisch zu einer neuen "lingua franca" zu entwickeln. Aber ist das gerecht? Oder vielmehr ein Menetekel der "Amerikanisierung" der Welt, respektlos und "unfair" der Anfang vom Ende der kulturellen Vielfalt, die gerade Europa so besonders macht? Philippe Van Parijs vertritt in seinem Buch die provokante These, dass wir diese Entwicklung nicht nur begrüßen, sondern auch aktiv beschleunigen sollten. Eine gemeinsame Sprache, so seine Überzeugung, ermögliche mehr Bürgern die Teilhabe an politischen und wirtschaftlichen Prozessen und sei eine effektive Waffe im Kampf um mehr Gerechtigkeit. Aber ist das wirklich gerecht? Schließlich wären englische Muttersprachler im Vorteil, und es spricht viel dafür, die Sprachenvielfalt gerade aus Gründen der Gerechtigkeit zu schützen. Van Parijs stellt sich diesen und weiteren Einwänden und diskutiert praktische Maßnahmen zur Durchsetzung der Sprachengerechtigkeit, etwa eine Sprachsteuer für anglophone Länder oder ein Verbot der Synchronisierung englischsprachiger Filme.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2013
Mit Gerechtigkeit allein ist es nicht getan, meint Wolfgang Krischke beim Lesen dieser Untersuchung des Philosophen und Ökonomen Philippe Van Parijs über die Verbreitung des Englischen und die Mittel und Wege, um die "Ungerechtigkeit" zwischen Mutter- und Fremdsprachlern zu eleminieren. Was der Autor über medial vermittelte Sprachkompetenz oder ein mögliches Verbot der Synchronisation englischsprachiger Filme zu sagen hat, findet Krischke zwar durchaus informativ und anregend. Die seitenlangen formalen Herleitungen des Autors versauern ihm die Lektüre allerdings immer wieder. Als "blinden Fleck" der Arbeit bezeichnet Krischke das Übersehen der Vielfalt des menschlichen Geistes, die durch eine sprachliche Monokultur möglicherweise mit abgeschafft würde. Im Hinblick auf den theoretischen Kontext des Buches hat Krischke also einiges zu bemängeln.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013
Vor kultureller Verarmung warnt die Rezensentin angesichts eines Buches des Germanisten Karl-Heinz Göttert. Göttert, der für gelassene Mehrsprachigkeit und den Abschied von der Muttersprache plädiert, gräbt darin mit statistischem und linguistischem Instrumentarium, wie Stefana Sabin mitteilt, auch nationalistischen Stimmen das Wasser ab. Die natürliche Kreativität der Sprache und die Bedeutung des Weltenglisch, für den Autor nicht zuletzt erkennbar im Netz, findet Sabin im Buch allerdings etwas umständlich referiert. Schlimmer jedoch findet sie die Ausblendung des für sie unumgänglichen Umstands, dass die Weltsprache Englisch über kurz oder lang das Ende der Einzelsprachen bedeutet und damit ganzer Kulturen, wie sie schreibt.
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