Hartmann Schedel's Weltchronik, (besser bekannt als "Nürnberger Chronik") war eine grundlegende enzyklopädische Arbeit und Ende des 15, Jahrhunderts und verschwenderischer illustriert als je ein Buch zuvor in Europa.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2014
Nach welcher Ordnung strebte die Renaissancekultur? Das hätte Urs Hafner gerne im Kommentar erfahren. Stattdessen lernt er im Anhang jede Menge über die Entstehung dieser Weltchronik von 1493, die nun als preisgünstiger Nachdruck in all ihrer Pracht vorliegt. Geht schon in Ordnung, denkt Hafner. Wichtiger sind ohnehin die wunderbaren Bilder von Städten und Kirchen, Fabelwesen und Königen, wie sie das Mittelalter sah. Hafner kann den Blick kaum lösen. Höchstens, um den Text zu lesen, dieses aus Medizin, Philosophie, Fantastik und Antike kompilierende schönste Beispiel eines gelehrten Humanismus, wie Hafner erklärt. Und auch da ist es wieder die Optik, die den Rezensenten bannt, Majuskeln und gotische Lettern, leuchtend, expressiv. Inhaltlich hat Hafner hingegen Schwierigkeiten zu folgen. Es fehlt halt Kontextwissen. Das aber bleibt der Band dem Rezensenten schuldig.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2002
Der Rezensent Roland Kany befasst sich in seiner Kritik mehr mit der Geschäftspolitik des Taschen-Verlags als mit der Ausgabe der "Weltchronik". Dabei gesteht er allerdings zu, dass die gleichzeitig auf englisch, deutsch und französisch erschienenen Fassungen von dem "Mainzer Buchwissenschaftler" Stephan Füssel "informativ eingeleitet werden. Während das Original aus dem Jahre 1493 als das "aufwändigste Buchunternehmen seit der ... Gutenberg-Bibel" gelte und die kolorierten Holzschnitte des Originals einen "überwältigenden visuellen Eindruck" hinterlassen, handele es sich bei der "Taschen-Ausgabe" lediglich um einen "passablen Bildband", der mit seinem Papier von normaler Glätte und dem um ein Drittel reduzierten Format niemals die "Faszination des Originals" oder den "sinnlichen Eindruck einer Erstausgabe" ersetzen könne. Was die Taschen-Version für Kany dennoch attraktiv macht, ist ihr Preis von 60 Euro: denn die 57 000 Dollar, für die ein unkoloriertes Original z.B. in Los Angeles zu erwerben ist, sind dann doch eher unbezahlbar, auch wenn Kany ironisch anmerkt, dass sich der Preis von 385 000 DM für eine lateinische kolorierte Ausgabe "in Euro" schließlich "nur noch halb so schlimm" anhöre.
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