Die Geschichte der italienischen Arbeitsmigranten in der Bundesrepublik wurde bisher vielfach als die Geschichte von Opfern erzählt. Dabei spielten die Wünsche und Lebenskonzepte der Italienerinnen und Italiener selbst vielfach keine Rolle. Dieses Buch erzählt anhand der italienischen Migranten in Wolfsburg - der einstmals größten italienischen Community nördlich der Alpen - die Geschichte der "Gastarbeiter" neu. So wird deutlich, wie sehr das Leben vieler Italiener auf die Rückkehr konzentriert war, wie vielmals die süditalienische Herkunft das Leben und die Arbeit in Deutschland prägte und wie relativ einflusslos die Politik gegenüber den Migrationsprozessen war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.09.2013
Nun ist es raus: Schuld am Mangel an Integration sind die Migranten selbst. Zumindest was die italienischen Gastarbeiter im Wolfsburger VW-Werk in den 60er Jahren anbetrifft, wie Frank Decker diesem Band von Hedwig und Ralf Richter entnimmt. Deren Kritik am "Opfer-Plot" und das Inschutznehmen der Bundesregierungen seit 1956, gestützt auf Zahlen und Untersuchungen beispielsweise zu den Integrations-Bemühungen von VW und der Stadt Wolfsburg, findet Decker allerdings bisweilen ein bisschen penetrant. Außerdem sieht er die Unterschiede zwischen den verschiedenen Herkunftsländern der Migranten im Band zu wenig berücksichtigt und die eigentlich problematische Zeit der Achtziger völlig außer Acht gelassen.
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