Mit 43 sw-Abbildungen. Die Palazzi am Canal Grande sind eine Hauptattraktion Venedigs. Heidrun Reinhard wirft erstmals einen Blick hinter die Fassaden und erzählt ihre Geschichten und die ihrer oft nicht minder berühmten Bewohner, darunter Venezianer, Deutsche, Engländer, Franzosen und Amerikaner. Die Zeitreise beginnt beim Palast der großen und tragischen Figur des Dogen Francesco Foscari, der sein Amt 1423 antrat, und führt über viele Stationen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Dabei begegnen wir auch Albrecht Dürer im Fondaco dei Tedeschi, dem Deutschen Kaufmannshaus; Richard Wagner, der im Palazzo Vendramin-Calergi starb; und dem Dichter und Kriegshelden Gabriele d'Annunzio, der in der Casetta Rossa sein Standquartier aufschlug. Aus den Biografien von Menschen und Palästen entsteht mosaikartig ein geschichtssattes Venedigporträt. Die alte stolze Markusrepublik wird ebenso lebendig wie das ruinierte Venedig des 19. Jahrhunderts, in dem Dichter seit Lord Byron Todesmythen verbreiteten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2016
Rezensent Gottfried Knapp bedauert herzlich das Fehlen eines Personenverzeichnisses ausgerechnet in diesem Buch von Heidrun Reinhard, das Geschichten um die Paläste am Canal Grande erzählt, die selbst dem Rezensenten bislang unbekannt waren, von Architektur und Kunst und Literaten und Musikern, von der Ca' Foscari und dem Palazzo Grassi und ihren verschiedenen Erscheinungsformen während der letzten fünf Jahrhunderte. Knapp begegnet Lord Byron und George Sand, Stravinsky und Colette, Proust, Monet und Toscanini. Ein intimes Venedig-Porträt, ein umfangreicher Blick hinter die Fassaden, meint Knapp.
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