"In der Nacht werde ich aufschreiben, was ich gesehen / Und wenn meine Reise endet, wird dir mein Schatten wieder begegnen." Heiner Bastians 'Reisen' sind eindringliche lyrische Bilder im Dialog zwischen Wirklichkeit und Imagination. Seine Gedichte führen uns an Orte der griechischen Mythologie, der Literatur, der Kunst der Moderne und Nachkriegsmoderne: Begegnungen mit Motiven von Edvard Munch, Picasso, Edward Hopper, Beuys, Cy Twombly, Francis Bacon und Anselm Kiefer. Gegenwärtig in Heiner Bastians Lyrik ist die Sprachphilosophie Wittgensteins, die Lektüre von Homer und Milton, Ezra Pound und Kavafis. Bastians Lyrik ist eine stete Selbstbefragung und die leidenschaftliche Verteidigung des Unbestimmten, ein Echoraum, in dem das "Ich" seine fremde unwirkliche Spiegelung erfährt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.08.2024
Nicht allzu wohl fühlt sich Björn Hayer in den Gedichten dieses Bandes, die auf Kosmisches und Magisches zielen, aber allzu oft in Sprachgeschwurbel stecken bleiben. Heiner Bastian setzt bei seinem Versuch, das Wahre und Schöne durch Bezüge zur Antike wiederzubeleben, auf jede Menge Pathos, beschreibt Bastian, auch die Kunst der Moderne spielt in dem Band eine Rolle, sowie, leitmotivisch, Themen wie Wind, Wüste und Vergänglichkeit. Der Rezensent mokiert sich über einige ungelenke Formulierungen in den Versen und meint: eine klarere Sprache und ein weniger pastoraler Gestus wären hier angebracht gewesen.
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