Mit 283 Abbildungen. Bhutan, das kleine Königreich, im östlichen Himalaja zwischen Indien und China gelegen, übte schon immer einen geheimnisvollen Zauber auf Heinrich Harrer aus. Getreu seinem Motto, dass sich Träume erfüllen, wenn man sie mit Beharrlichkeit verfolgt, war er sieben Mal im "Land des Drachens", das erste Mal 1950 bei seiner Flucht mit dem Dalai Lama. Sein informativer Text lebt von spannenden Abenteuern und den Begegnungen mit den Bhutanern, deren Sprache er spricht und die ihm Freunde wurden, seine Bilder sind Zeugnisse noch lebendiger lamaistischer Kultur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2005
Sabine Löhr hat den Bildband der 94-jährigen Bergsteigerlegende Heinrich Harrer über das Königreich Bhutan durchaus gern zur Hand genommen. Harrer gehörte zu der ersten Seilschaft, die die Eiger-Nordwand erstieg, geriet bei einer Nanga-Parbat-Expedition 1938 in Gefangenschaft, floh und lebte sieben Jahre in Tibet, erzählt die Rezensentin aus der sogar verfilmten Lebensgeschichte des Autors. Seine Eindrücke von sieben Reisen nach Bhutan, das er als "wirklich allerletztes Paradies" preist, hat er nun in diesem Band - ein "buchgewordener Dia-Abend", wie die Rezensentin charakterisiert - festgehalten. Die Fotos sind nicht datiert, so dass unklar ist, aus welcher Zeit die jeweiligen Aufnahmen stammen, stellt Löhr fest, die trotzdem nicht glaubt, dass die Ansichten vom Leben in Bhutan "veraltet" sein müssen, weil sich das Land nur wenig dem Ausland geöffnet hat. Auch die etwas "verklärte Perspektive" und das "zart angestaubte Deutsch", das mitunter zu unfreiwilliger Komik führt, will sie dem Autor nicht ankreiden, denn im Gegenzug dazu lobt die den Band als außerordentlich "authentisch". Harrer ist eben kein "Fotograf" oder "Schriftsteller", sondern ein "Amateur im liebenswerten Sinn des Wortes", betont die Rezensentin eingenommen.
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