Heinz Emigholz

Das schwarze Schamquadrat

Erzählungen und Essays, Zeichnungen und Fotos
Cover: Das schwarze Schamquadrat
Martin Schmitz Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783927795099
Broschiert, 285 Seiten, 18,50 EUR

Klappentext

Film und Atmen, das beleidigte Kind, Einsamkeit und Politik, zur Phänomenologie des Spazierengehens, Fotografie und jenseits, Stalingrad, Versunkenheit, die leichten Hände und der Grabstein von Malewitsch. Heinz Emigholz erzählt in Form eines achronologischen Tagebuchs und bedient sich aller Facetten der Sprache. In dieser Biografie befindet sich auch der Entwurf für eine radikal neue "Geschichte des Films".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.01.2004

Als "eigene fragmentarisch ganze 'Geschichte des Films'" würdigt Rezensent Helmut Färber dieses Buch, das hervorgegangen ist aus Notizen, die Heinz Emigholz, der an der Berliner Universität der Künste lehrt, für das Programmheft des Berliner Arsenal Kinos verfasst hat; u.a. zu Filmen von Hitchcock, Godard, Bunuel, Samuel Fuller, Eisenstein, Sternberg, Stroheim, Farocki und Douglas Sirk. Entstanden ist eine besondere Filmgeschichte: eine, "die die Filme erwartet haben", "eine Geschichte mit Gegenwart und Zukunft", wie es Färber formuliert. Denn Emigholz stelle Gedankenräume her, in denen sich die Filme "frei bewegen" und "agieren" können. Darüber hinaus bietet das Buch zur Freude des Rezensenten Bild- und andere Theorie-Entwürfe, Protokolle von Träumen und Bewusstseinszuständen, Momentaufnahmen aus dem Kulturbetrieb, eine Abhandlung über Kamikaze und eine über Alkaloide, Gedenkschriften für Philip K. Dick und für Frieda Grafe sowie manches mehr. Damit ist Buch, das der Rezensent für seine hohe Gedanken- und Sprachdichte lobt, auch ein "Arbeitsjournal", das sich der Erforschung "des Nervensystems der Gegenwart" widmet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.02.2003

Stefanie Schlüter hält das Tagebuch des Filmemachers und Autors Emigholz für einen wahren "Textcontainer", der Filmbeschreibungen, Zeichnungen, Fotos, autobiografische Betrachtungen und theoretische Reflexionen versammle. Der Rezensentin gefällt diese "verwirrende Vielschichtigkeit der Text- und Bildangebote", die schließlich sehr genau zu Emigholz' Überzeugung passe, wonach sich das Denken schließlich auch nicht zerstückeln lasse, sondern "in Echtzeit auf allen Ebenen gleichzeitig" ablaufe. Außerdem komme dem Leser "ein vorbildlicher Index" von Emigholz' Verlag zu Hilfe, der dessen bislang vier Publikationen verbinde. Schlüter lobt, dass hier durch die Arbeit an der Schaffung "neuer Gattungen und Stile" auf "höchst eigentümliche Weise Widerstand gegen die Einverleibung durch einen zweckrational ausgerichteten Kunstbetrieb" geleistet werde.

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