Herausgegeben von Horst Boog, Gerhard Krebs u. Detlef Vogel. War Deutschland schon mit der britischen und französischen Kriegserklärung vom 3. September 1939 besiegt? Oder mit den Schlachten um Stalingrad und den Brückenkopf Tunesien? Oder erst mit der geglückten alliierten Landung in Nordfrankreich und dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944? Die strategische Initiative war bis zum Frühjahr 1943 von den Achsenmächten endgültig auf die Anti-Hitler-Koalition übergegangen. Band 7 behandelt den Luftkrieg über Europa, den Krieg in Westeuropa von der alliierten Invasion bis zur gescheiterten Ardennen-Offensive sowie als Exkurs den Krieg in Ostasien bis zur japanischen Niederlage. Die Autoren zeigen, in welche ausweglose Situation die deutsche Kriegführung durch Hitlers sozialdarwinistisch durchsetzte Devise des "Alles oder nichts" geraten war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2003
Joachim Käppner bespricht vier Bücher über die Bombenangriffe der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs und die "moralische Debatte", die um das Bombardement geführt wird. Den Band "Das Deutsche Reich in der Defensive" lobt der Rezensent für seine präzise Darstellung der alliierten Luftangriffe, und den Militärhistoriker Boog würdigt er gar als "besten deutschen Kenner" des Themas. Insbesondere die Bombenangriffe mittels der Fernstrecken-Begleitjäger P-51 Mustang würden in dem Buch, das als 7. Band eines "Standardwerks" über den Zweiten Weltkrieg erschienen ist, als kriegsentscheidend gewertet, so der Rezensent, der ihnen darin zustimmt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2002
Je weiter man liest, desto besser, ist Klaus Hildebrands Fazit, der sich durch 831 Seiten Kriegsgeschichte gewühlt hat. Und das nicht immer mit Vergnügen. So vermisst der Rezensent beim ersten von drei Beiträgen, Horst Boogs Geschichte der deutschen und alliierten Luftkriegsführung, die "gedankliche Durchdringung des Gegenstands" - trotz eines Umfangs von 400 Seiten, trotz des Eindrucks, "der Autor habe mit jedem Bomber und Jäger auf allen Seiten der Front persönliche Bekanntschaft gemacht". Hildebrands Lese-Laune hat sich mit dem zweiten Teil jedoch verbessert, mit Detlef Vogels "informativer Darstellung" der alliierten Kriegsführung im Westen Europas. Auch mit dem dritten Beiträger Gerhard Krebs ist der Rezensent zufrieden. Dessen "lediglich 128 Seiten" umfassende Abhandlung über den Krieg im Pazifik sei anschaulich und einleuchtend. Je weiter, desto besser - dennoch kann es sich Hildebrand nicht verkneifen, gegen Ende das Torsohafte des Bands in Frage zu stellen: "Die drei Abhandlungen stehen zusammenhanglos nebeneinander und werden lediglich durch die beiden Buchdeckel zusammengehalten."
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