Richard J. Evans

Das Dritte Reich

Band 3: Krieg
Cover: Das Dritte Reich
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2009
ISBN 9783421058003
Gebunden, 1152 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

Mit dem Überfall auf Polen begann im Spätsommer 1939 der Zweite Weltkrieg. Richard Evans schildert den Verlauf und die entscheidenden Schlachten des Krieges- vom Westfeldzug, der Luftschlacht um England bis zur Einkesselung der deutschen Truppen in Stalingrad und der Ardennenoffensive im Winter 1944/45. Er nimmt aber auch den Alltag der Deutschen in den Blick, deren Leben nach den anfänglichen Siegen zunehmend von militärischen Niederlagen, Entbehrungen und Luftangriffen geprägt war, und fragt, wie es gelingen konnte, eine verschworene "Volksgemeinschaft" zu schaffen, die bereit war, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Schließlich steht im Zentrum des Buches der Mord an den europäischen Juden. Die sogenannte "Endlösung" war integraler Bestandteil von Hitlers Plänen zur Eroberung von "Lebensraum" und zur "rassischen" Neuordnung Europas.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.12.2009

Als weiteres Opus magnum zur Geschichte des Dritten Reiches und Zeugnis der "hohen Schule" britischer Erzählkunst feiert Volker Ullrich das dreibändige Werk des britischen Historikers, das mit diesem Band über den Krieg nun vollständig vorliege. Auf über tausend Seiten schaffe es Richard J. Evans, das Interesse des Lesers zu fesseln, "indem er analytische und erzählerische Elemente" in "wohlabgewogener Balance" halte, Tempo und Tonlage variiere, biografische Miniaturen einbaue, Zeitgenossen ausführlich zu Wort kommen lasse und dabei sogar gelegentlich Witze und Anekdoten einflechte. Die militärische Geschichte komme ebenso wenig zu kurz wie die Gesellschafts- und Mentalitätsgeschichte des Krieges oder die Schilderung, wie Hitlers Nimbus nach Stalingrad verblasste, was schließlich in ein "apokalyptisches Schlussgemälde" münde. Im Zentrum stehe der Mord an den europäischen Juden, wobei Evans dem Kritiker höchst überzeugend darlegen kann, das der Rassenkrieg nicht erst mit dem Überfall auf die Sowjetunion, sondern bereits mit der Invasion Polens begonnen habe. Auch widme er sich der Schlüsselfrage, was die Deutschen davon gewusst hätten. Dem deutschen Widerstand sei lediglich ein kurzes Unterkapitel gewidmet, zu Recht, wie Ullrich findet.

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