Heinz Rudolf Kunze erinnert sich an sein Leben und seine Musik, an seine Familie und seine Weggefährten. Mit einnehmender Stimme blickt er zurück: auf eine Kindheit und Jugend im Wirtschaftswunderland, das mit der Aufarbeitung seiner Vergangenheit noch nichts zu tun haben wollte, auf die Umbrüche und Aufbrüche der grell-turbulenten 1980er Jahre und den deutschen Zeitgeist der letzten Jahrzehnte. "Werdegang" erzählt von Erfolgen, Zweifeln und Höhenflügen. Und nicht zuletzt davon, welche Kraft Musik und Literatur entfalten können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2022
Dass Rock und Intelligenz bestens zusammenpassen, beweist Heinz Rudolf Kunzes Autobiografie, wie Rezensent Philipp Krohn findet. Sehr angetan wirkt er von den "ehrlichen" und "reflektierten" Ausführungen des Rockmusikers, die auch Misserfolge nicht aussparen - so erfährt er etwa von Kunzes Angst vor dem Scheitern oder von Songzeilen, die ihm mittlerweile peinlich sind. Trotzdem handelt es sich keinesfalls um "schwere Kost", betont Krohn, denn der Musiker berichte auch von lustigen Bandgeschichten und der Liebe zu seiner Tätigkeit. Nicht zuletzt trete Kunze auch selbst als Fan auf, sei es von The Who, Henry Cow oder Udo Jürgens - besonders bei einer poetischen Beschreibung eines Synthesizer-Solos des Genesis-Keyboarders Tony Banks geht dem Kritiker das Herz auf. Eine lesenswerte Autobiografie des Künstlers, der sich nie in die erste Reihe des deutschen Rock gedrängt, aber trotzdem eine wesentliche Stimme beigetragen habe, so Krohn.
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